WIETZE. Beim Glasfaserausbau hatte es in den vergangenen Wochen mehrfach Kritik am Generalunternehmen Allinq gegeben. „Die Wiederherstellung der Straßen, Wege und Einfahrten waren zum Teil nicht ordentlich ausgeführt worden und zudem wurden versehentlich Versorgungsleitungen durchtrennt“, bestätigt die Gemeinde Wietze. CELLEHEUTE berichtete. Die Gemeinde hat nun eigenen Angaben zufolge mit der ausführenden Baufirma das Gespräch gesucht und gemeinsame Lösungen gefunden.

„Der Glasfaserausbau in Wietze ist insgesamt auf einem guten Weg. Seit Anfang April sind insgesamt vier Bautrupps in der Gemeinde unterwegs, um die Leerrohre für die späteren Glasfaserkabel zu verlegen. Letzten Monat wurde zudem der sogenannte Point of Presence, also ein wichtiger Hauptverteiler aufgestellt. Neben der guten Nachricht, dass der Ausbau zügig vorangeht und Wietze damit als erste Gemeinde im Landkreis einen flächendeckendes Glasfasernetz erhält, traten gerade in den letzten Wochen allerdings auch einige Probleme auf. Mehrfach hatten Anwohnerinnen und Anwohner Kritik am Generalunternehmer Allinq geäußert. Straßen, Einfahrten und Gehwege waren nach Verlegen der Leerrohre für die Glasfaserkabel nicht ordentlich hinterlassen worden“, heißt es heute in einer Pressemitteilung der Gemeinde.

‚Natürlich ist es sehr schwierig, einen Gehweg nach den Bauarbeiten wieder exakt so herzustellen, wie im Ursprungszustand. Das erwarten wir auch gar nicht.“ erläutert Thomas Kintzer, zuständiger Leiter für den Fachbereich Bauen und Umwelt der Gemeinde Wietze. „Trotzdem müssen die Arbeiten natürlich fachgerecht ausgeführt und schlussendlich wieder ein einwandfreier Zustand hergestellt werden. Wir stehen deshalb im ständigen Kontakt mit der Baufirma und haben an einigen Stellen bereits Nachbesserungen gefordert“, so Kintzer weiter.

Zur Kritik an der Bauausführung kam aber noch ein weiteres Ärgernis: Bei den Erdarbeiten wurden in den vergangenen Tagen mehrfach auch Fremdleitungen beschädigt. Da unter anderem Gasleitungen durchtrennt wurden, musste sogar die Feuerwehr ausrücken.

Nach Aussage der Deutschen Glasfaser seien die Schäden an den Fremdleitungen hauptsächlich durch den Einsatz einer ‚Erdrakete‘ entstanden – besonders dann, wenn die in den Planunterlagen verzeichneten Fremdleitungen nicht in der dokumentierten Höhe verlegt wurden. Zudem komme es in wenigen Fällen vor, dass durch Unwägbarkeiten im Untergrund (z.B. Steine, Beton, etc.) der geplante Verlauf der Erdrakete abgelenkt werde, wodurch es ebenfalls zu Beschädigungen an benachbarten Fremdleitungen kommen könne.

„Wir haben danach zunächst mal einen Baustopp gefordert und um ein Gespräch mit der Deutschen Glasfaser und dem Generalunternehmer gebeten“, so Bürgermeister Wolfgang Klußmann. „Hier haben wir dann gemeinsam Lösungen gefunden, um solche Vorfälle in Zukunft möglichst zu vermeiden.“ Die Deutsche Glasfaser werde bei den weiteren Bauarbeiten nun die folgenden Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit bei Tiefbauarbeiten ergreifen:

„Es wird vorab eine sensible Risikoabwägung getroffen, ob mit der Erdrakete oder konventionellem Tiefbau gearbeitet wird.

Die ausführende Firma ist dazu verpflichtet, Suchschlitze / Querschläge am Anfang und Ende der Straße durchzuführen, um eine möglichst genaue Lage der Fremdleitungen zu ermitteln.

Es werden zukünftig vom Generalunternehmer Allinq – häufiger als ohnehin schon vorgesehen – unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt, um die korrekte Anwendung der Ausbaumethoden zu überprüfen.

Die Bauleiter/Vorarbeiter sollen Unregelmäßigkeiten bei den Verlegetiefen von Fremdleitungen dokumentieren und melden.

Oberflächen sollen direkt nach der Baumaßnahme so hinterlassen werden, wie sie vorgefunden wurden.

Erneute Schulung der Bauleiter und Vorarbeiter im korrekten und umsichtigen Einsatz der Erdrakete.

Zudem gibt es für die Anwohnerinnen und Anwohner nun mehrere Anlaufstellen, um Fragen zu stellen oder Kritik zu äußern. Bei Fragen zu Vertragsangelegenheiten steht das Baubüro der Deutschen Glasfaser für Sie bereit, Steinförder Straße 32, Öffnungszeiten: Dienstag 11 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr, Hotline: 02861 / 890 600

Bei Schäden oder Mängeln, die den Privatbereich betreffen, also beispielsweise Zufahrten, Hausanschlüsse, etc. wenden Sie sich bitte direkt an die Firma Allinq, Rufnummer: 02861 / 81 33 471, E-Mail: servicedgf@allinq.de

Bei Schäden oder Mängeln im öffentlichen Raum, also beispielsweise an Gehwegen, Bordsteinen, etc. informieren Sie bitte die Gemeinde Wietze, Rufnummer: 05146 / 507-34, E-Mail: Ulrike.Gierach@wietze.de“

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