Laut Statistik arbeiten derzeit 45 Prozent aller berufstätigen Frauen in Teilzeit, was sich letztendlich auf die Rente auswirkt. demnach bekommen 63 Prozent der Frauen weniger als 650 Euro monatliche Rente. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Celle Bianka Lawin erklärt dazu: „Gleichwohl mehr Mädchen Abitur als Jungen machen und Frauen zunehmend besser ausgebildet sind, wirkt bei der Familiengründung hierzulande immer noch das altmodische Familienbild: Der Vater verdient das Geld, die Mutter kümmert sich ums Kind. Mütter fühlen sich dann vor allem durch starre Öffnungszeiten der Betreuungsangebote von Schule und Kindergärten gezwungen ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ebenso erledigen sie noch immer den größten Teil der unbezahlten Hausarbeit. Dann gelingt vielen Frauen nicht mehr die Rückkehr in einen Vollzeitjob. Besonders bei einer Trennung oder Scheidung und letztendlich bei Eintritt in die Rente sind Frauen zunehmend dramatisch von Armut betroffen. Frauenarmut ist gegenwärtig.“

Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Celle möchten mit ihrer Kampagne über die sogenannte Teilzeitfalle aufklären und im ganzen Landkreis Beratung für Frauen anbieten. Minijobs und Teilzeitarbeit sind nicht existenzsichernd. Hier sollten sich Frauen privat beispielsweise rentenversichern, bzw. mit den Partnern verbindliche Verträge aushandeln. Auch Arbeitgeber müssten sich über Konzepte und Best-Practice-Modelle verständigen, um die Arbeitsleistung gut ausgebildeter Frauen besonders im Hinblick auf den Fachkräftemangel nicht zu verlieren.

„Telearbeit und Flexibilisierung der Arbeitszeit sind auch für Männer Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren“, so Lawin.  Auch hinsichtlich der Rollenklischees ist Deutschland noch rückständig: Noch immer wird die unentgeltliche Haus- und Familienarbeit als „Frauenarbeit“ definiert. Nicht zuletzt seien Frauen somit auch gesundheitlich immer stärker belastet, in Kombination mit einer Erwerbstätigkeit könne dies durch Rollenerwartungen zu einer permanenten Überlastung führen, was letztendlich zu einem Burnout oder schlimmstenfalls zu einer Erwerbsunfähigkeit führen könne. Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises weisen darauf hin, dass sie nicht nur an diesem Tag in allen Gemeinden Beratungs- und Informationsangebote vorhalten.

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Fotos: Peter Müller

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