HERMANNSBURG. Am Sonnabend hat die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) fünf Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Interkulturelle Theologie, Migration und Gemeindeleitung (ITMG) sowie Missionswissenschaft und internationale Diakonie (MID) feierlich verabschiedet. Die Feier begann mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle auf dem FIT-Campus, der von den Dozierenden der FIT Prof. Dr. Andreas Kunz-Lübcke und Prof. Dr. Drea Fröchtling geleitet wurde. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Eva-Maria Oehmichen (Altblockflöte, Klavier und Gesang) und dem FIT-Studierenden Tobias Schlieker (Gesang, Klavier und Djembe).
Anschließend zogen die Absolventinnen und Absolventen – nach amerikanischen Vorbild nun in Talare gekleidet – in das Auditorium der FIT ein, wo sie von Angehörigen, Freunden, FIT-Mitarbeiter/innen und geladenen Gästen mit dem Gesang „We are marching in the light of God“ empfangen wurden. Es folgte die offizielle Graduierung mit Überreichung der Bachelor-Urkunden:

Prof. Dr. Wilhelm Richebächer (stellvertretender Rektor der FIT), Sabine Rudnick (stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide), Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Ev.-luth. Landeskirche Hannovers) und Pastor Michael Thiel (Direktor des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen, ELM), gratulierten den Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss des Bachelor-Studiums und wünschten ihnen für ihre berufliche Zukunft Erfolg und Gottes Segen.
Prof. Richebächer brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass zu allererst die Absolventinnen und Absolventen, aber auch die FIT selbst, Grund zum Feiern hätten, da die Fachhochschule wie auch die hier angebotenen Studiengänge vor wenigen Wochen offiziell akkreditiert und staatlich anerkannt worden seien.

Angesichts der Spannungsfelder des internationalen Miteinanders und mit Blick auf den täglichen Kampf gegen Armut, Fluchtursachen und Mangel an Bildung mahnte er die politische, kirchliche und zivilgesellschaftliche Unterstützung von Bildungseinrichtungen wie der FIT an. Nicht nur der technische und industrielle Fortschritt dürfe im Fokus akademischer Ausbildung in Deutschland stehen, sondern es müsse heute verstärkt Wert auf die Vermittlung interkultureller Kompetenzen gelegt werden. Genau das werde an der FIT geboten: Hier führe die Ausbildung zur tieferen Kenntnis nichteuropäischer Gestaltungsformen des christlichen Glaubens, aber auch zu besserer Kenntnis und Toleranz zwischen verschiedenen Religionen. Zudem würden in der Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen das Bekenntnis des eigenen Glaubens gefördert und dessen Theologie erneuert.

Im Namen der Gemeinde Südheide erklärte Sabine Rudnick, man sei sehr stolz darauf, eine Fachhochschule am Ort zu haben. „Ich hoffe, Sie werden viele gute Eindrücke aus Hermannsburg mitnehmen und in die Welt tragen“, gab sie den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg. Der FIT sagte sie die Unterstützung durch die Gemeinde auch für die Zukunft zu.

Oberlandeskirchenrat Kiefer wandte sich als Vertreter der drei Trägerkirchen des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes an die Absolventinnen und Absolventen und richtete ihren Blick auf ihre zukünftige Rolle als „Akteure des Wandels“ von Kirche und Gesellschaft – sowohl vor Ort als auch im globalen Kontext. Die Graduierten seien Botschafter und Brückenbauer zugleich. „Und als solche sind Sie in besonderer Weise befähigt, sich als Vermittler einzubringen“, ermutigte Kiefer die Absolventinnen und Absolventen.

Direktor Thiel sprach an, dass die Studierenden durch das gemeinsame Leben und Lernen an der FIT mit Menschen anderer Herkunft, anderer Sprache und anderen Glaubens sehr viel mehr gelernt hätten als das, was in den Lehrplänen und Skripten der Dozierenden steht: „Sie haben viel über das Leben und auch darüber gelernt, wie das Leben in einem fremden Land mit fremden Menschen ist.“ Jede Absolventin und jeder Absolvent sei auch der Beweis dafür, dass die Gründung der FIT eine erfolgreiche Unternehmung gewesen sei.

Und dann war der Moment, auf den die Absolventinnen des Studiengangs ITMG acht Semester und die Absolventen des Studiengangs MID sechs Semester hingearbeitet hatten, schließlich gekommen: Aus den Händen von Prof. Richebächer und seinen Kollegen Prof. Dr. Andreas Kunz-Lübcke sowie Prof. Dr. Drea Fröchtling erhielten folgende Absolventinnen und Absolventen vor den Augen zahlreicher Angehöriger, Freunde, Unterstützer der FIT und offizieller Gäste die Bachelorurkunden: Ilse Garner (Deutschland), Delphine Takwi (Deutschland), beide aus dem Kurs ITMG 2 sowie Prince Blackson Ansah (Ghana), Tecxavier Biita (Tansania) und Rebekka Maina (Deutschland), alle aus dem Kurs MID 2. Das letzte Wort gehörte den Graduierten: Delphine Takwi (ITMG) und Prince Blackson Ansah (MID) dankten den Dozierenden sowie den Mitarbeitern der FIT im Namen der Graduierten für die vielfältige Unterstützung auf dem Weg zum Bachelorabschluss.
Musikalisch festlich umrahmt wurde die Feier von Kristina Vogelsang (Querflöte) und Pastor Waldemar Rausch (Querflöte).

Der stellvertretende Rektor der Fachhochschule, Prof. Dr. Wilhelm Richebächer bei seiner Ansprache.

Der stellvertretende Rektor der Fachhochschule, Prof. Dr. Wilhelm Richebächer bei seiner Ansprache.

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