Grundschüler lernen mit Minister – Grant Hendrik Tonne zu Besuch in Lachendorf

Politik Von Anke Schlicht | am Fr., 06.03.2020 - 17:30

LACHENDORF. Der offizielle Teil liegt hinter ihm, eine kurze Rede ist gehalten, die Urkunde wurde offiziell übergeben, die Fotos sind gemacht. Nun kann der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne zum – nach eigener Aussage – spannendsten Teil seiner Besuche an Schulen kommen: „Gucken, was wurde schon gemacht.“ 

Dafür wird er noch einmal zum Zweitklässler, sein Lehrer an der Ikarus-Grundschule in Lachendorf ist Frank Jess. Die kleinen Mitschüler können sich nicht recht entscheiden: Sollen sie zur Digitaltafel, die vorgeführt werden soll, schauen, oder doch lieber umdrehen und sich den Besuch aus Hannover ansehen. Der Politiker ist nicht allein, auch der Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann hat im Klassenraum Platz genommen und verfolgt, wie Frank Jess seinen Schützlingen „Tuwörter“ näherbringt. In welche Box gehört welches Wort? Kurz aufzeigen und dann mit Freude zum Board, einmal drüberstreichen und schon landet der richtige Begriff im richtigen Feld.

Kennen sie denn noch die alten Tafeln, auf die man mit Kreide schrieb? Natürlich! Mancher hat noch eine kleine zu Hause, aber auch in der Schule ist sie nicht ganz verschwunden. Frank Jess zaubert sie mit einem Handgriff herbei. Nun kann geschrieben werden, wenn auch nicht mit Kreide. „Ihr werdet alle eine Handschrift erlernen“, hatte Tonne in seiner Ansprache gesagt. Hier können die Kleinen sie zeigen, verschiedene Linien sind im Nu herbeigezaubert.

Die digitale Tafel kann fast alles - Aufgaben in animierter Form stellen, Videos, Filme und Bilder zeigen, Lehrbücher visualisieren, spielerisch zum Mitarbeiten anregen und vieles mehr. Die Zweitklässler, die im Moment gemeinsam mit dem Minister lernen, sind an das komfortable Utensil gewöhnt. Damit alle anderen "Ikarus"-Kinder auch in den Genuss dieser modernen Form des Lernens kommen, hat die Schulleitung Fördermittel aus dem „DigitalPakt Schule“ Niedersachsen beantragt, diese sind in Höhe von 45.000 Euro bewilligt worden. Und der Minister ließ es sich nicht nehmen, den positiven Bescheid am Freitagvormittag, pünktlich zur ersten Stunde um acht Uhr, persönlich vorbeizubringen. 

In seiner Ansprache vor Vertretern der Samtgemeinde, Eltern, Lehrern und Schülern ging er kurz auf das Thema „Wie verändert sich Schule?“ ein und machte deutlich, dass Digitalisierung durchaus kein Allheilmittel ist. „Zu meiner Zeit gab es Lehrbücher, Kopien und zu Hause Lexika, um an Wissen zu kommen“. Heutzutage brauche es nur einen Mausklick, um Inhalte aus dem Netz abzurufen. „Entscheidend ist aber, wie kann ich die Antworten aus dem Netz differenzieren“. Es gebe Stimmen, die aufgrund der digitalen Möglichkeiten eine Reduktion des Lehrpersonals sehen. Der Kultusminister positionierte sich klar zu derlei Überlegungen: „Das ist Quatsch. Lehren und Lernen findet nach wie vor zwischen Menschen statt.“ Ein Beispiel – mit digitaler Tafel als Hilfsmittel - erlebte er am Freitag in der ersten Stunde in Klasse 2a an der Ikarus-Grundschule in Lachendorf. 
 

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