BERLIN. Die Stiftung Warentest hat in laufenden Tests gravierende Sicher­heits­mängel bei einem Kinder­fahr­rad­anhänger von Primopet fest­gestellt: In etlichen Prüfungen rissen Sicher­heits­gurte des Billig-Fahr­rad­anhängers. Die Tester warnen, den Anhänger weiter zu nutzen. Der Anbieter stoppt den Verkauf, kommt Besitzern aber wenig entgegen.

Mit einem Preis von nur etwa 85 Euro ist der im Internet vertriebene Froggy Kinder­fahr­rad­anhänger BTC07 mehrere hundert Euro güns­tiger als viele andere Fahr­rad­anhänger für Kinder. „Ein mitunter gefährliches Schnäpp­chen“, warnt die Stiftung Warentest. Die Tester hätten so eklatante Sicher­heits­mängel fest­gestellt, dass sie vor der Weiternut­zung des Anhängers des Anbieters Primopet warnen. Im Praxis­test rissen beim Fest­ziehen sowie bei Gefahrenbremsungen bei etwa 18 Kilo­metern pro Stunde Schultergurte. In verschiedenen tech­nischen Laborprüfungen versagten Schritt- und Beckengurte.

Primopet stoppt Verkauf des Anhängers
„Wir haben Anbieter Primopet mit unseren Test­ergeb­nissen konfrontiert, das Unternehmen stoppte darauf­hin den Verkauf des Anhängers. Einen offiziellen Rück­ruf der verkauften Anhänger kündigte Primopet nicht an“, so die Stiftung Warentest. Menschen, die den Froggy bereits nutzen, komme der Anbieter aber wenig entgegen: Einen Umtausch gegen ein anderes Produkt oder eine Erstattung des Kauf­preises biete Primopet nur bei Mängeln an – also, wenn zum Beispiel der Gurt bereits gerissen ist. Außerdem beschränke das Unternehmen dies zeitlich auf die zweijäh­rige Gewähr­leistung. Ohne Mängel, gibt es laut Stiftung Warentest den Kauf­preis nur bei einem Umtausch inner­halb der ersten 30 Tage nach Kauf zurück. Fragen können Kundinnen und Kunden telefo­nisch, per Mail oder posta­lisch an den Service von Primopet richten – die Kontakt­möglich­keiten sind im Impressum des Online-Händlers aufgeführt.

Alle Test­ergeb­nisse für insgesamt zwölf Fahr­rad­anhänger für Kinder – darunter auch „gute“ – veröffent­licht test.de am 26. Juni. Bei den ebenfalls getesteten Kinderfahrradsitzen erhielten drei Produkte ein Mangelhaft, zwei wegen Sicher­heits­mängeln, ein Sitz wegen Schad­stoffen. Im Test Autokindersitze findet die Stiftung Warentest ebenfalls regel­mäßig sowohl Sicher­heits­mängel als auch Schad­stoffe.

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