*3. Aktualisierung* LHTV: Großeinsatz in Scharnhorst - 150 Einsatzkräfte bekämpfen Flächenbrand

Polizei + Feuerwehr Von Redaktion | am Di., 25.06.2019 - 19:30

HÖFER/SCHARNHORST. Seit dem frühen Nachmittag löschen Feuerwehrkräfte aus vielen Orten des Landkreises einen Großbrand in Scharnhorst. Das ehemalige Munitionslager werde heute als Kieswerk genutzt. Zwei Einsatzkräfte kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.



Laut aktualisierten Polizeimeldungen soll eine Fläche von 5 Hektar betroffen sein, das ist allerdings die Größe des gesamten Geländes. Feuerwehrsprecher Olaf Rebmann bestätigt gegenüber CELLEHEUTE, dass dort ca. 1,5 Hektar brennen. Das Feuer sei jetzt (Stand 17 Uhr) unter Kontrolle, aber die Nachlöscharbeiten gestalten sich schwierig. Aufgrund möglicher Munitionsreste können die Feuerwehren, u.a. aus Eschede, SG Lachendorf, Südheide, SG Wathlingen, Wietze und Bergen nur von den Wegen aus löschen. Ein Löschhubschrauber ist angefordert worden. Insgesamt sind 150 Einsatzkräfte vor Ort, neben Feuerwehr und Polizei auch das DRK und der Rettungsdienst Marquardt.

Wir halten Sie wie gewohnt über unsere App sowie den Facebook-/Twitterkanälen auf dem Laufenden.

FEUERWEHR-EINSATZBERICHT im Wortlaut (Stand 22:45 Uhr)

Gem. Eschede, Lk. Celle. Am heutigen Dienstag, den 25. Juni 2019, wurden gegen 14:00 Uhr die ersten Feuerwehreinsatzkräfte auf das Gelände eines ehemaligen Munitionsdepot in Höfer zu einem Waldbrand alarmiert.
Auf dem zurzeit als Kiesgrube genutzten Gelände brannten Teile des darauf befindlichen Waldes und der bewachsenen Freiflächen. Umgehend wurden weitere Kräfte, wie z.B. den ersten Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft Celle, nachgefordert, um das sich ausbreitenden Feuer bekämpfen und eindämmen zu können. Im gesamten Einsatzverlauf waren schließlich fast 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Deutschen Roten Kreuz aus dem Landkreis Celle an der Einsatzstelle.

Durch die Feuerwehrleute wurden mehrere Wasserentnahmestellen aus Feuerlöschteichen und -Brunnen hergerichtet und das benötigte Löschwasser mit Tanklöschfahrzeugen zu den Brandherden gefahren, bzw. mit langen Wasserversorgungen auf des Gelände gefördert. Unzählige B-Rohre und Wasserwerfer der Fahrzeuge wurden vorgenommen und damit ein übergreifen der Flammen auf angrenzende Waldgebiete zu verhindern. Gegen 17 Uhr konnte bereits gemeldet werden, dass das Feuerwehr unter Kontrolle sei.

Durch die tropischen Temperaturen um die 36 Grad kam es im Einsatzverlauf dazu, dass zwei Feuerwehrleute mit Kreislaufproblemen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Versorgung aller eingesetzten Rettunsgkräfte mit Kaltgetränken und belegten Brötchen wurde durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes übernommen.

Von der Feuerwehr waren neben denen aus der Gemeinde Eschede auch Einsatzkräfte aus fast allen Gemeinden im Landkreis in diesen Einsatz eingebunden. Gegen 22:00 Uhr wurde endgültig „Feuer aus“ und das Ende der Nachlöscharbeiten gemeldet und die Feuerwehrleute verließen die Einsatzstelle nach über acht Stunden Einsatzdauer.

POLIZEI-EINSATZBERICHT (Stand 26.6.2019, 9:15 Uhr)

Aus noch ungeklärter Ursache geriet gestern Nachmittag eine ca. 4 ha große, umzäunte Freifläche in Scharnhorst, Am Aschberg, in Brand. Auf dem Gelände befand sich in der Vergangenheit ein Munitionsdepot der Bundeswehr, heute ist hier ein Mörtelwerk ansässig. Ein Radladerfahrer hatte den Brand entdeckt und gemeldet. Durch Hitze (35 Grad Celsius), Trockenheit und des auffrischenden Windes breitete sich das Feuer sehr schnell aus und griff auf ein angrenzendes, ca. 1 ha großes Waldstück über. Die Löscharbeiten der Feuerwehr wurden durch die extremen Wetterverhältnisse, die starke Rauchentwicklung sowie die im Boden befindlichen Munitionsreste erschwert. Im Wald kam es zu kleineren Explosionen. Der anfängliche Verdacht, dass Granaten in die Luft gegangen seien, bestätigte sich nicht, so dass der hinzugerufene Kampfmittelbeseitigungsdienst nicht mehr erforderlich war. Bei dem Einsatz wurden vier Feuerwehrleute verletzt, zwei von ihnen mussten wegen eines Hitzschlags im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt waren mehr als 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Am Abend gegen 18.00 Uhr war der Brand unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten weiter an. Die Polizei geht von einem nicht unerheblichen Flurschaden aus, der aktuell noch nicht zu beziffern ist. Zahlreiche Sträucher, Büsche und Bäume sind den Flammen zum Opfer gefallen. Hinweise auf eine Brandstiftung liegen derzeit nicht vor. Ob eine Selbstentzündung brandursächlich ist, muss die Polizei nun ermitteln.

https://celleheute.de/waldbrandgefahr-im-bereich-bergen-und-fassberg-auf-hoechster-stufe/
...