CELLE. Eltern von Kindern mit Förderbedarf haben für das kommende Schuljahr in der Mehrzahl die inklusive Beschulung in einer Regelschule gewählt. Darauf weist Marlies Petersen, schulpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Celler Kreistag hin. Sie hält die Aussage der Kreisverwaltung, dass diese klare Entscheidung der Eltern für schulische Inklusion „aufgrund von schlechter Aufklärung getroffen“ worden sei, für wenig glaubhaft. „Bei einem festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf findet eine Konferenz statt, in der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte gemeinsam beraten, mit welchen Möglichkeiten das Kind am besten unterstützt werden kann. Hierbei wird am häufigsten die inklusive Beschulung von allen Seiten präferiert, und eben nicht die Förderschule gewählt“, so Petersen. Somit werde der Landkreis seinen Antrag auf Weiterführung der Förderschule Lernen bei der Landesschulbehörde gut erklären müssen.

„Entgegen der Prognose der Kreisverwaltung wurden nur 9 statt 13 Schülerinnen und Schüler in die fünfte Klasse der Pestalozzischule (Förderschule Lernen) aufgenommen. Alle anderen Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf Lernen werden damit auf Wunsch der Eltern in den Oberschulen, an der IGS oder den Gymnasien beschult. Ein Bedarf an Lerngruppen an einzelnen Schulen entsteht nicht“, so die Kreistagsabgeordnete.

„Wenn Eltern diese Art der heterogenen Beschulung wählen, so muss der Landkreis endlich die Voraussetzungen schaffen, um den Elternwillen umzusetzen. Hierzu gehören ausreichende Kapazitäten an Oberschulen, Gesamtschule und Gymnasien im Landkreis Celle, und ein ebenso klares Bekenntnis zur schulischen Inklusion“, fordert Petersen. „Anstelle wie das Land die Inklusion auszubremsen, etwa durch die Abschaffung der Qualifizierungsmaßnahme zur sonderpädagogischen Lehrkraft im Studienseminar in Lüneburg, muss inklusive Pädagogik im Landkreis endlich ein zentraler Baustein für die zukünftige Schulplanung werden!“





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