NIENHAGEN/CELLE. Die Kreistagsfraktion der Grünen im Celler Kreistag hat im jüngsten Umweltausschuss beantragt in die neue Verordnung über das Naturschutzgebiet Brand in Nienhagen den Verzicht auf Pestizide, darunter auch Glyphosat, aufzunehmen, Kahlschläge nicht durchzuführen und eine Wiedervernässung von Teilen des „Brand“ festzuschreiben. “Das wurde von der CDU geführten Mehrheit rigoros abgelehnt. Die CDU will reinen Alibi-Naturschutz. Langfristiges, nachhaltiges ökologisches Denken ist nicht die Stärke der CDU und der CDU-geführten Kreisverwaltung,“ zeigte sich der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Gerald Sommer enttäuscht und kündigt an, dass die Grünen in der Kreistagssitzung die Verordnung ablehnen werden, wenn die Forderungen seiner Fraktion  nicht aufgenommen werden.

„Das Naturschutzgebiet Brand liegt überwiegend in Nienhagen und ist ca. 480 Hektar groß. Es handelt sich um ein großes Waldgebiet von herausragender Bedeutung in Niedersachsen, in dessen Kern ein kleiner Naturwald ohne forstliche Nutzung liegt. Erhaltungsziele nach europäischem Recht sind insbesondere der Lebensraum Auenwälder mit Erle und Esche, Buchenwälder und feuchte Eichenmisch- und Hainbuchen-Mischwälder, alte bodensaure Eichenwälder sowie der Kammmolch“, erläutert Sommer. Wie der jetzige Erhaltungszustand gehalten und verbessert werden solle, wenn in Zeiten des Klimawandels nicht genug Wasser für die Bäume vorhanden sei, erschließe sich den Grünen nicht. Zudem schließen sich Gifte im Naturschutzgebiet ihrer Überzeugung nach schon per se aus. „Auch Kahlschläge helfen der Natur nicht“, ist Gerald Sommer überzeugt.

Die Grünen befürchten, dass in die neue Verordnung ausschließlich Einwendungen von Forst-und Landwirtschaft eingearbeitet werden. Argumentationen der Naturschutzverbände würden „abgebügelt“. Selbst die Empfehlung der Fachbehörde der Landes Niedersachsen für Naturschutz auf Fungizide und Herbizide als Umweltgifte zu verzichten, werde ignoriert.

„Hier leistet die CDU-geführte Mehrheit im Kreistag ganze Arbeit für ihre Klientel. Dabei handelt es sich beim ‚Brand‘ um einen Landesforst, der uns allen gehört. Großer Widerstand ist leider auch bei der SPD nicht zu erkennen. Seit Herr Lies (SPD) Umweltminister in Niedersachsen ist, gehen wirtschaftliche Interessen vor ökologischen. Er ist eigentlich immer noch ein Wirtschaftsminister. Es wird Zeit, dass wir wieder einen grünen Umweltminister in Niedersachsen bekommen,“ hofft Sommer auf einen Politikwechsel in der Zukunft hin zu einem Naturschutz, „der seinen Namen verdient“.

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