Grundsteinlegung für ev. Gemeindehaus in Wathlingen

Religion Von Extern | am Di., 30.03.2021 - 15:29

WATHLINGEN. Gestern fand in Wathlingen die Grundsteinlegung für den Umbau des Küsterhauses zum künftigen Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sankt Marien statt. Der Landesbischof der evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, ließ die Zeitkapsel in die dafür vorgesehene Öffnung in der Grundplatte ein, würdigte das Projekt als Ort, der „uns den Geist des Miteinander spüren lässt“, und erbat den Segen für den Bau, die Bauleute und die Kirchengemeinde. Dabei standen ihm die Architekten Maria Többen und Thomas Woschek, Markus Stiller von der Stiller Bau GmbH und Sieglinde Ammann vom Kirchenvorstand zur Seite.

Die Zeitkapsel war zuvor mit einer aktuellen Ausgabe der Celleschen Zeitung und des Gemeindebriefes, mit dem Bauplan, einer medizinischen Maske als Symbol für die Gemeindearbeit unter Corona-Bedingungen, einer Kreuzkette als Symbol für die Konfirmanden, einer Karte mit Jahreslosung sowie einem Münzsatz gefüllt worden und anschließend von einem Handwerker der Hannoverschen Zimmerei zugelötet worden.

„Wir wollen ein offenes Haus schaffen, eine offene Begegnungsstätte für viele verschiedene Gruppen in unserer Kirchengemeinde aber auch für nichtkirchliche Gruppen wie die Celler Tafeln und die Behindertengruppe in Wathlingen“ sagte Sieglinde Ammann zur Begrüßung. Das Küsterhaus eigne sich dafür besonders, weil es direkt neben der Kirche auf dem gleichen Grundstück liegt, denkmalgeschützt ist und eine lange Geschichte hat. Es war die erste Schule im Ort. Durch dieses Projekt sollen auch wieder Kinder und Jugendliche, Erwachsene und die ältere Generation dieses Haus mit Lachen und mit Leben füllen.

Um ein solches Projekt verwirklichen zu können, brauche man viele Partner zur Finanzierung, heißt es von Seiten der Gemeinde. Dazu gehören der Kirchenkreis Celle, die EU, die LEADER-Region Aller-Fuhse-Aue, die Aktion Mensch und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von den benötigten 1,9 Mio. Euro Gesamtkosten (einschließlich Nebenkosten, Außenanlagen und Sicherungsmaßnahmen vor Baubeginn) habe die Kirchengemeinde bereits 1,8 Mio. Euro zusammen. Wegen der Baukostensteigerungen während der Planungs- und Bauantragsphase würden noch rd. 85.000 Euro an Spenden benötigt. Der Kirchenvorstand ist zuversichtlich, dass die Kirchengemeinde diese Spenden zusammen trägt.

Als das Küsterhaus nach dem großen Brand 1695 wieder neu aufgebaut wurde, wurde der Wiederaufbau damals ausschließlich durch Spenden finanziert.  Für dieses Projekt in der heutigen Zeit waren ebenfalls schon Ehrenamtliche aktiv, haben die Tapeten entfernt und den Lehmputz zum Teil abgeschlagen. Die Steine in den Gefachen sollen aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Denkmalschutzes wiederverwendet werden und müssen dafür geputzt werden. Auch dafür werden zupackende Wathlinger gebraucht, so der Kirchenvorstand. 

Die Inanspruchnahme von Fördermitteln bringe aber auch einen engen Zeitplan mit sich. Ziel der Kirchengemeinde ist es, bis zum Jahresende mit dem Bau an sich fertig zu sein. Die Außenanlagen können nächstes Jahr folgen. Seit November 2020 hat die Firma Bau Stiller die nötigen Abbrucharbeiten behutsam (damit das Gebäude nicht einstürzt) vorgenommen und in der vergangenen Woche die Grundplatte gegossen.  Nach Ostern sollen die Zimmermanns und Dachdeckerarbeiten und im Sommer soll der Innenausbau starten. Neues Dach, Sanieren und Aufrichten des Fachwerkes, neue Fenster und Türen, energetische Dämmung mit einem Kork-Lehm-Gemisch (in Celle entwickelt), neue Heizung, neue Sanitäranlagen, neue Elektrik, neue Küche, neue Fußböden. Das alles steht noch auf dem Plan. Nächstes Jahr zum 700jährigen Jubiläum der Kirchengemeinde soll das Haus und die Außenanlagen fertig sein. 

Text: S. Ammann
 

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