HANNOVER. Die Niedersächsische Landesregierung hat heute die Karte der sogenannten „roten Gebiete“ vorgestellt, in denen die Landwirte zukünftig die Düngung unter den Nährstoffbedarf der Pflanzen absenken sollen. Dazu nimmt Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies Stellung:

„Wasserschutz ist wichtig und richtig, das steht auch für Landwirte außer Zweifel. Dazu zählt auch die Einsicht, dass wir an den Standorten, die Ursache für zu hohe Nitratgehalte im Grundwasser sind, Maßnahmen ergreifen müssen, um die Probleme abzustellen. Die von der Niedersächsischen Landesregierung heute präsentierte Karte basiert nach unserer Einschätzung auf einem sehr groben Raster, es wurden auch bei offensichtlich nicht repräsentativ verteilten Messstellen pauschal große Gebiete einbezogen. Das ist aus Sicht des Landvolkes Niedersachsen ein ungerechtfertigtes Vorgehen und führt zu völlig unnötiger Betroffenheit einzelner Landwirte, hier sehen wir konkreten Korrekturbedarf.

Mit der Vorlage der geplanten Gebietskulisse hat die Landesregierung einen ambitionierten Anforderungskatalog vorgelegt, für einige Landwirte sind damit erhebliche Belastungen verbunden, gleichwohl hat das Landwirtschaftsministerium bei den geforderten Maßnahmen in diesen Gebieten Augenmaß walten lassen. Für die Betriebe bleibt jetzt weiterhin eine große Unsicherheit: Das zukünftige Anforderungsniveau hängt von den Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission ab. Einige Vorschläge, die hier diskutiert werden, gehen über jedes vernünftige Maß hinaus und sind kontraproduktiv. Dazu zählen die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten, die für den Wasser- und Bodenschutz angebaut werden.

Die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie sind überaus ambitioniert und basieren auf einem hohen Vorsorgewert, deshalb ist die Umsetzung mit hohen Qualitätsanforderungen an die Erzeugnisse wie z. B. im Gemüsebau oder der Brotgetreideerzeugung eine besondere Herausforderung. Das Landvolk Niedersachsen wird sich auf Landesebene in der Verbandsanhörung einbringen. Die betroffenen Kreisverbände werden ihre Bedenken gegenüber der vorgelegten Gebietskulisse ebenfalls anmelden und dabei auch die konkrete Betroffenheit unter ihren Mitgliedern analysieren. Kritisch ist angesichts der komplexen Bewertungsfragen die kurze Anhörungsfrist.“

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