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Gruppe „JederMann“ auf Gottes Wegen – Müdener pilgerten von Höxter nach Paderborn

11.10.2018 - 14:58 Uhr     Externer Autor    0
Fotos: Hans-Dietrich Springhorn

MÜDEN/ÖRTZE. Acht Pilgerbrüder von der Ev.-luth. St. Laurentius Kirchengemeinde Faßberg-Müden waren wieder unterwegs. Diesmal im güldenen Herbst auf guten und sonnigen Wegen. „Die Freundlichkeit Gottes war zu spüren“, so Rudi Hensch, der Pilgervater der Gruppe. Auf dem Weg von Höxter aus dem Wesertal in Richtung Westen, in die Hochburg des Katholizismus in Westfalen, zum Dom und Bischofssitz in Paderborn, besuchte die Gruppe u. a. ein koptisch-orthodoxes, ein katholisch gemischtes und ein katholisches reines Nonnenkloster. Dabei wurden fast 80 Kilometer auf „Schusters Rappen“ zurückgelegt. Start und Zielpunkt der Pilgerreise war der Bahnhof in Unterlüß.



Der harte Kern der Pilgergruppe war wieder dabei, als sich alle Pilgerbrüder am Mittwochmorgen am Treffpunkt vor der schönen Müdener St. Laurentiuskirche versammelten. Pastor Rudi Blümcke war entschuldigt, da er mit Konfirmanden unterwegs war. So zelebrierte die Gruppe allein eine kurze Andacht zum Start der Pilgertour 2018 in der Müdener Kirche.

Ziel des ersten Tages war das koptisch-orthodoxe Kloster „Der heiligen Jungfrau Maria und des heiligen Mauritius“ in Höxter-Brenkhausen. Dort im Gästehaus war auch das erste Quartier. Bischof Anba Damian ist das deutsche Oberhaupt dieser Kirche, die 12.000 Mitglieder in der Bundesrepublik hat. Der Bischof war im „ersten Leben“ Radiologe und ist Ägypter. Die Kopten, auch als die Märtyrerkirche bekannt, mit ihrem Papstsitz in Kairo, sind die ältesten Christen und beziehen ihren Ursprung auf die Tatsache, das die heilige Familie Ägypten als einziges Land besucht habe und sich von dort aus das Mönchstum nach Europa und in die ganze Welt verbreitet habe. Das ehemalige katholische Kloster wurde 1993 als Ruine und für 1 DM erstanden und wird von und unter Leitung des Bischofs in mühevoller Kleinarbeit zu einem beachtlichen christlichen und geschichtsträchtigen Zentrum ausgebaut. Die Verankerung und Unterstützung im/aus dem Ort und der Region ist sehr groß. Die Gespräche mit dem Bischof, auch zur Lage der Christen in Ägypten und im ganzen Nahen Osten waren für die Pilger sehr interessant und informativ.

Das zweite Kloster, die „Gemeinschaft der Seligpreisung“ in Bad Driburg erreichte die Gruppe am Freitag. Diese gemischte Ordensgemeinschaft wurde erst 1973 in Frankreich – in einer Pizzeria – gegründet, so die Eingangsinformation. Heute hat diese Gemeinschaft weltweit 750 Mitglieder und ist verteilt auf allen Kontinenten. Diese katholische Ordensgemeinschaft ist Israel sehr verbunden und so durften die Pilgerbrüder abends an einer jüdisch/hebräisch geprägten Andacht mit viel Gesang und der anschließend Schabbat -Mahlzeit teilnehmen.

Am Samstagnachmittag wurde Paderborn erreicht. Bei den Augustiner Chorfrauen im „Michaels Kloster“ waren die schönen Gästezimmer das Nachtlager. Eine interessante Stadtführung einer pensionierten Lehrerin, die an einer dem Kloster angegliederten privaten Schule unterrichtet hatte, brachte die Geschichte von Paderborn der Pilgergruppe nahe. Nach dem Vespergottesdienst ging es zum Abschluss der Pilgerreise – wie es sich gehört – ins Wirtshaus. Im Paderborner Brauhaus wurde bei schmackhaften Essen und guten Bier ausgiebig über die tollen Pilgerwege, die unerwarteten Eindrücke und die beeindruckenden Erlebnisse, aber auch über „Gott und die Welt“ diskutiert.

Sonntagmorgen mit dem Gottesdienst im „Hohen Dom zu Paderborn“, der Haupt- und Mutterkirche des Erzbistums Paderborn, wurde die JederMann-Pilgertour-2018 abgerundet. Auf der Rückreise waren sich alle Teilnehmer einig, dass diese fünf schönen und besinnlichen Herbsttage in der herrlichen Landschaft einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen hatten.

Text: Hans-Dietrich Springhorn

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