HILDESHEIM. Am 20. Juni tagte die Vollversammlung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Nach Feststellung der Ordnungsmäßigkeit der Einladung und Beschlussfähigkeit stellte der Präsident Delfino Roman äußerst zufrieden den Konjunkturbericht der Kammer für das erste Quartal 2017 vor. Der Titel „Bisher bester Jahresstart“ sei bezeichnend für die nahezu durchgehend guten Ergebnisse.  „Die Auftragsbestände stiegen im Vergleich zum letzten Quartal sowie im Jahresdurchschnitt leicht an. Dies zeigt aber auch, dass der Beschäftigungsaufbau aufgrund des Fachkräftemangels der anhaltend hohen Nachfrage nicht folgen kann“, so Roman.

Das Ergebnis aus der neuen Ausbildungsstatistik stimmte die Mitglieder der Vollversammlung positiv: Betriebe sichern sich viel früher ihren Nachwuchs als noch vor einigen Jahren. Dies sei in Anbetracht der hohen Studierneigung und der Konkurrenz anderer Wirtschaftsbereiche dringen nötig, attestierte Roman. „Wir freuen uns, dass Ende Mai dieses Jahres 13 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse in der Lehrlingsrolle eingetragen sind als im Vorjahr.“ Sorgen bereitet der Kammer weiterhin die hohe Abbrecherquote im Handwerk. Drei HWK-Mitarbeiter eines neuen aus Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds geförderten Projektes mit dem Namen „BeAm (Bedarfsgerechtes externes Ausbildungsmanagement für Klein- und Kleinstunternehmen)“ sollen in den Folgejahren Betriebe bei der aktiven Bewerberansprache, der Bewältigung bürokratischer Hürden und der inhaltlichen Gestaltung der Ausbildung unterstützen.

Dazu Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann: „Qualität in der handwerklichen Ausbildung ist ein zentrales Thema unserer Arbeit. Dafür müssen die handwerkspolitischen Akteuren, die Innungen, Kreishandwerkerschaften und Verbände ihre Zusammenarbeit intensivieren. Es gibt eine Fülle von Gemeinsamkeiten. Zu nennen sind an erster Stelle die Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und Imagebildung.“

Als gutes Beispiel für eine bereits umgesetzte gute Kooperation auf Landesebene stellten Götz Girmann, Wirtschaftsförderungsausschuss der HWK, und Reiner Strunk-Lissowski, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, das gemeinsame Positionspapier zur Landtagswahl im Januar 2018 vor, das alle niedersächsischen Handwerksorganisationen ausgearbeitet haben. Der Beschluss zum Positionspapier, das am 8. August im Zuge einer Pressekonferenz in Hannover präsentiert wird, wurde von der Vollversammlung einstimmig angenommen. Diese politische Grundlage für die weitere Arbeit des niedersächsischen Handwerks lobte auch Arbeitnehmer-Vizepräsident Hartmut Kahmann aus Holzminden: „Die Vertreter der Arbeitnehmerseite waren in die Entscheidung, welche handwerkspolitischen Kernthemen in die Ausarbeitung einfließen sollen, von Anfang an eingebunden. Darauf sind wir stolz.“ Die Wahlprüfsteine enthalten unter anderem Forderungen und Wünsche an die künftige Landesregierung zu den Themen Bürokratieabbau für den Mittelstand, Nachwuchssicherung und Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung, sowie den Breitbandausbau und eine verbesserte Infrastruktur im ländlichen Raum.

Im weiteren Verlauf berichtete Falko Hagen Mohr, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, von einem kleinen Plus bei den Gesellen- und Meisterprüfungen. Ebenfalls mit einem kleinen Plus startete die Handwerkskammer in das neue Geschäftsjahr: „Seit drei Jahren konnten wir mit 134.000 Euro ein positives Bilanzergebnis erwirtschaften“, so Heidmann, die im letzten Teil der öffentlichen Sitzung wichtige Auszüge aus dem Haushalt der Kammer vorstellte. Diese seit Jahren gelebte Transparenz wurde von den Mitgliedern der Vollversammlung erneut sehr begrüßt. Die Hauptgeschäftsführerin dankte zum Ende den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen in die Arbeit des Hauptamtes: „Das wir viele Prozesse in den vergangenen Monaten, zum Beispiel die Umstellung der Buchhaltung von Kameralistik auf Doppik oder auch den Start zur Modernisierung unseres Berufsbildungszentrums, so schnell einleiten konnten, haben wir maßgeblich Ihnen zu verdanken.“

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