CELLE. Zu unserer gestrigen Berichterstattung äußert sich das Celler Unternehmen Haacke Haus heute per Pressemitteilung. Es bestätigt, dass das Amtsgericht Celle dem Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung zustimme.

Das 1879 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Celle setze laut Mitteilung den eingeleiteten Restrukturierungskurs mit einem sogenannten Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung fort. Wie das Unternehmen heute mitteilte, habe das Amtsgericht Celle dem entsprechenden Antrag zugestimmt. Die Eigenverwaltung sei ein „modernes Instrument der Insolvenzordnung für Unternehmen, die sich in einer wirtschaftlichen Schieflage befinden, aber eine klare Aussicht auf eine nachhaltige Sanierung haben“, so das Unternehmen.

Die Haacke Haus GmbH & Co. KG betreibe Standorte in Celle und Potsdam. Das Unternehmen produziert und vertreibt Fertighäuser. Das Unternehmen habe im Geschäftsjahr 2017 nach eigenen Angaben ca. 170 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von ca. EUR 24,0 Mio. erwirtschaftet. Die MitarbeiterInnen des Unternehmens sind erst heute per Videokonferenz über die Eigenverwaltung und die nächsten Schritte informiert worden. Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung habe „keinen Einfluss auf den laufenden Geschäftsbetrieb bei Haacke, dieser läuft uneingeschränkt weiter“, heißt es in der Mitteilung.

Die Geschäftsführung werde von einem Team des Rechtsanwalts Dr. Lorenzo Matthaei aus der Kanzlei Finkenhof aus Frankfurt a.M. unterstützt. Matthaei sei Spezialist für Eigenverwaltungen und habe bereits zahlreiche Unternehmenssanierungen aus verschiedenen Branchen begleitet. Zusätzlich habe das Amtsgericht Celle Rechtsanwalt Dr. Christian Willmer aus der Kanzlei Willmerköster zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Aufgabe des Sachwalters sei es, die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorschriften im Verfahren zu überwachen und Rechte der Gläubiger zu wahren.

Haacke Haus Geschäftsführer Ralf-Peter Kottke erklärte: „Alle laufenden Bauvorhaben werden absprachegemäß fertiggestellt. Der Antrag auf Eigenverwaltung ist uns nicht leichtgefallen, aber wir sehen die Chance, uns in der Eigenverwaltung neu aufzustellen und tragfähige Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Neben der konsequenten Umsetzung des Standortkonzeptes für Celle und Potsdam werden wir im Vertrieb neue Akzente setzen und uns auf die Kernmärkte Norddeutschland und Berlin-Brandenburg konzentrieren.“

Die Pressemitteilung zitiert Dr. Lorenzo Matthaei, Kanzlei Finkenhof: „Nach einer ersten Bestandsaufnahme lässt sich festhalten, dass Haacke Haus auf einem guten Weg ist. Aufgabe der kommenden Wochen ist es jetzt, gemeinsam einen konkreten Sanierungsplan auszuarbeiten und weitere Fortschritte zu realisieren. Im Zuge dessen werden wir auch einen strukturierten Investorenprozess starten.“ Die Pressemitteilung zitiert Dr. Christian Willmer: „Die Sanierung in Eigenverwaltung bietet die Chance für einen echten Neuanfang. Haacke Haus hat das Potenzial, diese Chance zu nutzen. In meiner Funktion als Sachwalter werde ich den engen Austausch mit allen Beteiligten suchen.“

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage sei aus Sicht des Unternehmens zum einen schwierige Marktbedingungen und starker Wettbewerbsdruck sowie Rückgänge bei den Baugenehmigungszahlen im Einfamilienhaus-Sektor. Hinzukommend habe das Unternehmen u.a. mit Abgängen von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen zu kämpfen. Um dem negativen Trend gegenzusteuern, habe die Geschäftsführung in den zurückliegenden Monaten bereits erste Maßnahmen zur Neuausrichtung eingeleitet. „Es hatte sich jedoch gezeigt, dass diese Restrukturierungsmaßnahmen verstärkt und beschleunigt werden müssen, um das Unternehmen nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen“, so das Unternehmen abschließend.

 

*Aktualisiert* Insolvenz: Haacke Haus wechselt Sitz von Celle nach Potsdam

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