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Agrarminister Meyer zieht Bilanz

„Haben gemeinsam mit den Landwirten Pionierarbeit geleistet“

07.09.2017 - 13:51 Uhr     CelleHEUTE    0
Fotos: Peter Müller

CELLE. Gestern zog Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer in der Celler Innenstadt Bilanz aus dem unter der rot-grünen Landesregierung nahezu vollständig umgesetzten Tierschutzplan. Unterstützt durch den Celler Bundestagskandidaten der Grünen, Heiko Wundram, und Grünen-Landesvorstandsmitglied Djenabou Diallo-Hartmann zeigte sich Meyer zufrieden mit Maßnahmen wie der Ringelschwanzprämie und kündigte weitere Tierschutzprojekte an.

„Niedersachsen hat mit der Umsetzung des Tierschutzplans gemeinsam mit den Landwirten bundesweit Pionierarbeit geleistet“, so Meyer. „Diese Pionierleistung ist eine Blaupause für den Bund und Grundlage für eine notwendige nationale Nutztierstrategie. Wir werden auf diesem Weg weitergehen.“ Denn nur so sei ein Agrar-Konsens zwischen Bund, Ländern und allen gesellschaftlich relevanten Gruppen zu erreichen – von Bauern über den Handel bis zu Tierschützern.

So ist seit Januar 2017 in Niedersachsen die Amputation der Schnäbel verboten. „Mehr als 19 Millionen Hennen leben nun so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist“, so der Minister. „Diese Landesregierung hat zur Überraschung vieler die Ziele und Zeitpläne des Tierschutzplans eingehalten und Niedersachsen zum Tierschutzland Nr. 1 gemacht.“
Dabei müsse das Engagement der Bauern belohnt werden. Aus diesem Grund sei in Niedersachsen ein Anreizsystem mit Prämien installiert worden. „Der eigens geschaffene Tierwohl-Topf aus EU-Mitteln in Höhe von rund 28 Millionen Euro ist eine Premiere“, so Meyer. Mit diesem Geld würden die Anstrengungen von Landwirten honoriert, die etwa Schweine mit unversehrten Ringelschwänzen halten oder auch bei Legehennen für mehr Tierschutz sorgen.

Hinzu kommen ab sofort zwei weitere Tierwohlprämien, nämlich für Ferkel und Sauen. Seit August dieses Jahres kann eine Ringelschwanzprämie in Höhe von fünf Euro für tiergerechte Ferkelaufzucht ohne Schwanzabschneiden beantragt werden. Ebenfalls seit August 2017 erhalten Betriebe, die ihre Sauen ohne sogenannte Kastenstände halten, auf Antrag eine Tierwohlprämie von 150 Euro pro Sau. „Niedersachsen lässt die Sau raus. Wir beenden ein nicht tiergerechtes System“, erklärte Meyer.

Ein Wermutstropfen ist aus seiner Sicht die „Blockadehaltung des Bundes“, der anders als Niedersachsen neue Vorgaben für Elterntiere nicht umgesetzt habe. Überhaupt nahm Niedersachsens Agrarminister den Bund beim Tierschutz in die Pflicht und kritisierte „unverbindliche Labels und Tierwohl-Initiativen“.

Für das kommende Jahr kündigte Meyer eine zusätzliche Tierschutzprämie an: „Ab 2018 plant das Land eine Tierschutzprämie für weidende Kühe, Schafe und Ziegen mit insgesamt 30 Millionen Euro jährlich aus Landesmitteln“, so der Agrarminister. „Rinder auf der Weide sollen mit 60 Euro, weidende Schafe und Ziegen mit 20 Euro honoriert werden.“

Text: Elena Janke

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