NIENHAGEN. Heute zogen etwa 30 Gruppen, verstärkt durch befreundete Vereine aus den benachbarten Orten, mit bunt geschmückten Wagen durch Nienhagen und wurden überall am Straßenrand mit großem Hallo freudig begrüßt. Aufgeregt warteten in der Straße „Twegte“ Gruppen vom Kindergarten und der Grundschule, um sich in den Umzug einzugliedern, sodass am Rathaus alle Teilnehmer begrüßt und vorgestellt werden konnten.

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Auch in diesem Jahr hat sich die Gemeinde Nienhagen mit den Bürgern aus Vereinen und Verbänden zusammengefunden und ein rundherum gelungenes Hachefest auf die Beine gestellt. Gestartet wurde am Freitag mit einem abwechslungsreichen Programm beim Bunten Abend. Der Samstag stand ganz im Zeichen der Schützen, mit der Proklamation der Könige, dem Festessen und dem Festball. Nach dem ökumenischen Gottesdienst heute im Festzelt zum Thema: „Gute Worte – gutes Leben“, stärkten sich die Teilnehmer beim Eintopfessen für den großen Umzug durchs Dorf, einem weiteren Höhepunkt dieses erlebnisreichen Wochenendes.

Der Ursprung dieses Nienhagener Festes geht vermutlich schon bis ins 13.Jh. zurück. Teile des herzoglichen Grundbesitzes wurden von Herzogin Agnes für Neusiedler zur Bewirtschaftung freigegeben. Die Siedler unterlagen dem „Hagenrecht“, eine Gerichtszuständigkeit, der sich alle „ins Hach gehörigen“ Leute zu unterwerfen hatten. Einmal im Jahr kam man auf dem Hachmeisterhof zusammen, wo im Beisein eines Amtmannes (Gerichtsherrn) das Hagengericht abgehalten wurde. Alle im Laufe des Jahres vorgenommenen Delikte (Brüche) zeichnete der Hachmeister im Brücheverzeichnis auf und sie kamen am Montag nach St. Michaelis zur Verhandlung. Im Anschluss an den Gerichtstag wurde gemeinsam gegessen und gefeiert. Auch als ab 1748 die Streitigkeiten vor dem Amt in Eicklingen verhandelt werden mussten, hielten die „Hägerleut“ an Ihrem Brauch fest, im September im Hachmeisterhaus zu einer gemeinsamen Mahlzeit mit sich anschließendem Tanz zusammenzukommen.

Zum Ausklang des Festes wird am Abend noch einmal das Tanzbein geschwungen.

Text: Monika Wille
Fotos: Peter Müller

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