"Integration erhaltenswerter Gebäude" - Haesler-Initiative verweist auf Rahmenplan Allerinsel

Politik Von Redaktion | am Di., 13.04.2021 - 16:18

CELLE. Gestern stand er noch, der Haesler-Bau in der Speicherstraße. "Aber wie lange noch?", fragt sich der Vorstand der Otto Haesler Initiative Celle. Denn die Stadtverwaltung sehe den Abriss als einen ganz normalen Akt der laufenden Verwaltung, bei dem sie - abgesehen von der übergeordneten Denkmalbehörde - niemanden fragen müsse. Dieses "Arbeiten ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und der Politik (und merkwürdigerweise unter Beteiligung der Bezirksdenkmalpflege)" ist aus Sicht der Initiative ein Teil des Problems, das man jetzt auch für die Zukunft lösen müsse. Sie bittet daher alle am Erhalt von Baudenkmälern Interessierten, Lösungsvorschläge an die politischen Parteien zu schicken.

Der Celler Bürger Walter Schmidt habe die Haesler Initiative darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Gebiet Teil der "Fortschreibung Rahmenplanung Allerinsel 2018" im Rahmen eines Bundes-Förderprogramms Stadtumbau West ist (sieh Datei im Anhang): "Wesentlicher Bestandteil des Quartiers ist die Integration bestehender, erhaltenswerter Gebäude," heißt es in dieser vom Rat beschlossenen Fortschreibung. Der Haesler-Bau, der zwar namentlich nicht erwähnt werde, sei danach einer von drei historischen Bauten, die erhalten bleiben sollen: "Die Integration bestehender, erhaltenswerter Gebäude ist hierbei wesentlicher Bestandteil." Der Abriss würde also bedeuten, dass ein Drittel der historischen Bauten dieser Planung wegfallen. Und nicht nur das: Es würden von dem einstigen Arbeitsplatz Hafen nur Fabrikantenvillen übrig bleiben - ein Geschichtsverständnis so wie in Kaisers Zeiten. Der Haeslerbau wäre danach das einzige Fabrikgebäude, das - wenn er denn erhalten bleibt - davon zeugen würde, dass hier im Hafenbereich auch gearbeitet wurde.

Die Zusammenstellung von Herrn Schmidt, der dafür Fotos aus den Internetseiten der Stadt (insbesondere Geoportal) und ein eigenes Foto benutzt, geht auf den längeren "Leidensweg" von Haeslerhäusern in Celle ein und fragt dann auch nach personellen Konsequenzen aus dem aktuellen Fall. Es ist seine Meinung. "Wir von der Otto Haesler Initiative sehen allerdings nicht den Baudezernenten als Kern der Problems, dessen Rücktritt auch nichts ändern würde. Wir sind aber dankbar, dass durch das Ratsmitglied Joachim Schulze bereits eine Sondersitzung der Otto Haesler Stiftung beantragt wurde und dass die SPD-Fraktion sowie Bernd Zobel und auch Inga Marks Initiativen im Rat eingeleitet haben", so Carsten Maehnert, Dietrich Höper und Dietrich Klatt vom Vorstand der Otto Haesler Initiative).