"Haesler wäre begeistert gewesen..." - Preisverleihung im Fotowettbewerb "Knippsma..."

Miniaturbild
CELLE. "Ihr seid die Besten und ihr seid einmalig!" Mit diesen Worten eröffnete Dr. Wulf Haack als Sprecher der Bürgerinitiative „Bauhaus Schauhaus: Otto Haesler“ die Preisverleihung im Handy-Fotowettbewerb für Schüler „Knippsma Ottos schönste Bauhäuser“. Es sei einmalig, dass Kinder und Jugendliche im internationalen Bauhausjahr die zentralen Akteure sind. "Sie haben ihre Handys auf eine große Epoche der Baugeschichte gerichtet und damit ihre ureigene, persönliche Wahrnehmung anschaubar gemacht. Das hat es im Bauhausbereich bislang noch nie gegeben", so Haack.
Die 20 Preisträger konnten aus der Hand von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge ihre Urkunden und Preise entgegennehmen. Das Siegerbild schoss Sandro Damczyk, Platz zwei belegte Dilay Yazgan und Dritte wurde Naomi Ilbuta. Alle drei besuchen die Oberschule Westercelle. Dietrich Klatt, Sprecher der hochkarätig besetzten Wettbewerbsjury, fand die richtigen Worte für die erfolgreichen Schüler: „Haesler wäre begeistert gewesen und hätte die 20 Siegerfotos auf dem Fotoportal Instagram hochgeladen.“ Dieser rhetorische Brückenschlag aus der Bauhauszeit in das Handyzeitalter kam bei den Schülern gut an. Der spontane Vorschlag des Oberbürgermeisters, die Fotos aller Gewinner am 10. Mai in der zentralen Bauhausveranstaltung der Stadt auszustellen, zeigte, dass der Funke von den Werken der jungen Menschen übergesprungen ist. Und eine Einladung zur Festveranstaltung gab es für alle Gewinner extra. Das werde ein Tag sein, den die Schüler nie vergessen werden.

Die Ansprache von Dr. Wulf Haack geben wir hier ungekürzt wieder:

"Herzlich willkommen ihr Gewinner. Ihr seid die Besten und ihr seid einmalig. Denn es ist bislang einmalig, dass im internationalen Bauhausjahr Kinder und Jugendliche die Akteure sind. Ihr habt die Handys und iPhones auf eine große Epoche der Baugeschichte gerichtet und damit eure Wahrnehmung anschaubar und verbildlicht gemacht. Und so viel darf ich schon verraten: Die Jury ist von der Ergebnissen überrascht und begeistert..

Wir begrüßen Herrn Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, der unsere Arbeit als Bürgerinitiative hilfreich begleitet und der heute als Schirmherr dieses Fotowettbewerbs den Gewinnern die Preisurkunden überreichen wird. Wer ist nun“ wir“ und was will die Bürgerinitiative

Wir, das sind allesamt in der Bürgerinitiative „BauhausSchauhaus“ ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihrem Wissen und Können unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge mit dem Ziel zusammengefunden haben, das Rektorenhaus im Wohnstil der Bauhauszeit einzurichten. Wir werden mit Geldspenden aus der Bevölkerung, Sachspenden der Handwerkerschafft und einem Zuschuss der Sparkasse etwas Einmaliges schaffen und damit die Strahlkraft von Celle als Stadt zwischen Fachwerk und Bauhaus festigen.

Ein kleiner Ausblick auf die künftige Einrichtung ist z.Zt- im Schaufenster und den Verkaufsräumen des nebenan gelegenen Modehauses Dettmer & Müller zu sehen, wo einige der Exponate ausgestellt sind, die für die Einrichtung dieses BauhausSchauhaus vorgesehen sind.

Wir, das sind Kristina Tochtermann, Inhaberin der Werbeagentur Tochtermann, die u.a. die Plakate für diesen Wettbewerb gestaltet und die Organisation dieser Veranstaltung übernommen hat. Ingo Misiak, Mitinhaber der Firma Photo Professional, der Starfotograf von Celle, der u.a. die Hauptlast für die fotografische Vor- und Aufbereitung der Jurysitzungen und der Gewinnerfotos geschultert hat. Silke Wendet, Inhaberin der Agentur W2 Werbetechnik, der wir die Gestaltung und Programmierung der Internetseite zu verdanken haben Rolf Becker, der in unserer Bürgerinitiative ein verlässlicher Mitstreiter ist, begrüßen wir als Vertreter der Otto Haesler Stiftung. Rolf Becker wird am kommenden Sonnabend das HaeslerMuseum in neuer Gestaltung eröffnen.

Frank Simon, einer der bekanntesten Architekten von Celle, mit ausgewiesener Erfahrung bei der Renovierung und Wiederherstellung von Haeslerbauwerken und in der Bürgerinitiative ein tragendes Fundament unserer Arbeit.

Und nicht zuletzt Diedrich Klatt, Sprecher der Jury des Wettbewerbs „Knippsma Ottos schönste Bauhäuser“. Dietrich Klatt, Ehrenvorsitzender der otto haesler initiative, ist das Haesler-Urgestein in Celle, der sich große Verdienste um das Werk von Otto Haesler und um die Entdeckung von Celle als Bauhausstadt erworben hat. U.a. hat er in den 70er Jahren mit einer Bürgerinitiative das Direktorenhaus in der Magnusstraße vor dem Abbruch gerettet. Herr Klatt wird die Kern-Erkenntnisse aus diesem Wettbewerb vortragen. Darauf dürfen wir alle sehr gespannt sein.

Herrn Stadtbaurat Kinder begrüßen wir als Vorsitzenden der Otto Haesler Stiftung, der in dieser Eigenschaft die Arbeit der Bürgerinitiative aufmerksam verfolgt. Mein Name ist Wulf Haack und ich habe die angenehme Aufgabe, diese Veranstaltung der Bürgerinitiative zu eröffnen und sie in dieser lebendigen und viel besuchten Stadtbibliothek herzlich zu begrüßen. Dank an Frau Behrens für ihre Unterstützung. Ganz großen Dank an die vielen Sponsoren, die die Preise für die Gewinner gestiftet haben, ein bunter Strauß von „unbezahlbaren Gewinnen“ die jetzt darauf warten, von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge verteilt zu werden.

Als wir diesen Wettbewerb organisiert haben, wollten wir vor allem ein Bewusstsein dafür schaffen, dass „Bauhaus“ nicht nur ein Handwerkermarkt ist. Es ist ein auch heute noch als modern empfundene Baustil aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts – also eine Zeit, als die Großeltern der Preisträger noch nicht geboren waren. Und diese Bauwerke waren der Anfang eines neuen, noch heute die Architektur prägende Baustils. Und von diesen Bauwerken gibt es viele in Celle. Das verdanken wir Otto, dem Namensgeber des Wettbewerbs. Otto Haesler gehörte zur Weltelite der Architekten, die diesen Baustil nachhaltig geprägt haben.

Eines seiner Hauptwerke ist die Altstädter Schule - eine Ikone der Bauhausarchitektur. Dieses Bauwerk war bei seiner Eröffnung 1928 ein Weltereignis. Der Ansturm der Besucher war groß, so groß, dass schließlich für die Besichtigung Eintritt genommen wurde. Die bedeutendsten Architekturzeitschriften berichteten weltweit über dieses Wunderwerk an Modernität und Zweckmäßigkeit. Als Beispiele haben wir Zeitschriften aus Japan, den USA und Frankreich heute hier ausgestellt.

Dieser Schulbau aus dem Jahr 1928 hat auch 90 Jahre nach seiner Einweihung keineswegs die Strahlkraft der Erbauungszeit verloren. Als ein auf uns überkommenes Erbe der Weltkultur haben dieses Bauwerk und sein Schöpfer Otto Haesler das Recht, wieder in das Bewusstsein der internationalen Öffentlichkeit zurückgeholt und aus dem Tal des Vergessens befreit zu werden und wir als Nachgekommenen haben die Pflicht, diesem Recht zum Durchbruch zu verhelfen.

Und wir alle müssen darauf achten, dass uns keines der Bauhauswerke von Otto Haesler abhandenkommt. Damit spreche ich ausdrücklich ein Gerücht an, das durch die Stadt wabbert: Danach soll für das älteste Bauhausbauwerk in Celle, die ehemalige Wachswarenfabrik in der SpeicherStraße 25, ein Abrissantrag gestellt worden sein. Unglaublich und hoffentlich auch nur ein Gerücht. Dieses Bauwerk im Auge der Öffentlichkeit zu halten, scheint mir das Gebot der Stunde, bis sich das Gerücht als unzutreffend erwiesen hat. Und nun zu der aktuellen Sensation: Die Ergebnisse des Fotowettbewerbs..."