FASSBERG. Für den 8. Juni, 18 Uhr, haben der Kirchenvorstand der ev. luth. Kirchengemeinde Faßberg-Müden und Bürgermeister Frank Bröhl zu einer Podiumsdiskussion mit anschließendem Gespräch zur „Hakenkreuzglocke“ und der Geschichte des Ortes Faßberg bzw. dem Umgang damit, eingeladen. Im Vorfeld dazu stellt Hans-Dietrich Springhorn, Initiator und Mitunterzeichner eines Appells zum Austausch der Glocke, den zehn Personen unterzeichnet hatten, die aktuelle Situation aus seiner Sicht in einer Pressemitteilung dar:

„Frank Bröhl, Bürgermeister von Faßberg, hatte versucht, Mitglieder sowohl der Zehner-Gruppe, die seit November 2017 für ein Abhängen der Naziglocke kämpft, als auch der Facebook-Gruppe, die für den Verbleib der Glocke seit dem 6. März 1.600 Unterschriften gesammelt hat, an einen Tisch zu bekommen – eine gute Idee. Leider vergeblich, beide Gesprächstermine, am 2. Mai und am 26. Mai im Faßberger Rathaus, wurden von der Facebook-Gruppe kurzfristig abgesagt. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion hatten keine Zeit oder keine Lust. Vielleicht fühlen sie sich auch so stark, dass Vorbereitungsgespräche in kleiner Runde für sie uninteressant waren? Am 8. Juni um 18:00 Uhr wird es also spannend im Faßberger Soldatenheim OASE.

Der Kirchenvorstand der Ev.-luth. St. Laurentius Kirchengemeinde Faßberg-Müden hat am 20. Februar 2018 beschlossen die Hakenkreuzglocke der Michaelkirche abzuhängen und durch eine neue Glocke zu ersetzen – ein guter und richtiger Beschluss. Wirklich verstanden haben aber Kirchenvorstand und Pastor Rudi Blümcke bis heute ihren eigenen Beschluss nicht! Denn, im aktuellen Gemeindebrief Juni/Juli (Seite 25) wird behauptet, die Hakenkreuzglocke in Faßberg sei nicht vergleichbar mit den Glocken in Herzheim bzw. Schweringen. Frei übersetzt: Unser Hakenkreuz ist anders! Nicht so schlimm? Eventuell besser? Und die öffentliche bundes- und europaweite Aufregung sei völlig fehl am Platz.

Gerade diese oder ähnliche, seit November sich ständig wiederholende Behauptungen, machen die eindeutige Sache so kompliziert und es den Menschen in der Gemeinde fast unmöglich, mit der Realität und der Dorf-Geschichte umzugehen: Hakenkreuz bleibt Hakenkreuz! Und nichts, aber auch gar nichts ist gut an einem Hakenkreuz! Und ein kleines Hakenkreuz ist auch nicht besser als ein großes! Es ist deshalb nicht nur spannend, was am 8. Juni passiert, sondern es ist sehr wichtig,  die Weichen für die nächsten Monate und eventuell Jahre richtig zu stellen. Nur so kann der Prozess einer ehrlichen und faktenbezogenen  Geschichtsaufarbeitung in Faßbergs endlich begonnen werden. Denn diese Aufarbeitung ist mit einer Podiumsdiskussion und ein paar Arbeitsgruppen noch lange nicht vom Tisch. Nur wenn die kirchliche, aber auch die politische Führung der Gemeinde ihr Verhältnis zum Hakenkreuz und damit zur Faßberger Geschichte beispielgebend, eindeutig und öffentlich geklärt hat, kann zuversichtlich in die Zukunft geschaut werden. Und erst dann gibt es Ruhe im Dorf und in den Medien.“

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