CELLE. Am Samstag, 30. September, startet die niedersächsische Spitzenmannschaft im Tischtennis des TuS Celle 92 um 13.00 Uhr in der Altstädter Schule im Viertelfinale des DTTB-Pokals gegen eine der starken Mannschaften der 2. Bundesliga, den TTC Shakehands Frickenhausen/Baden Württemberg. Am Sonntag, 1. Oktober, um 14.00 Uhr erfolgt dann die Heimspiel-Premiere der neuen Saison gegen den starken Aufsteiger aus Fulda. In beiden Spielen bedarf es ähnlicher Leistungen wie beim Pokalstart in Bad Homburg oder beim ersten Punktspiel in Velbert, um erfolgreich zu sein.

Zu den Aussichten im Pokalspiel befragt, antwortete der Celler Trainer Frank Schönemeier: „Natürlich nehmen wir gegen Frickenhausen nicht die Favoritenrolle ein, zumal sicher ist, dass unser Gegner besser aufgestellt ist als im Spiel gegen Passau, das er nur denkbar knapp verlor. Aber mit der Unterstützung unserer zahlreichen Zuschauer sind wir durchaus in der Lage auch gegen unseren Gegner aus den Relegationsspielen knapp zu gewinnen.“

Da die Frickenhäuser sich in dieser Saison viel vorgenommen haben, haben sie die Mannschaft komplett ausgetauscht und drei Japaner verpflichtet, damit immer einer dabei sein kann. Auch der Termin in Celle konnte so vereinbart werden. Von einer Revanche für die Celler Niederlage in Frickenhausen kann man daher nicht sprechen, da jedes Spiel andere Paarungen haben wird. Im Frickenhausener Aufgebot steht am Samstag der 21-jährige japanische Angriffsspieler Hibiki Tazoe, der ebenfalls 21-jährige Portugiese Diogo Chen und der vom Bundesligisten TTC Zugbrücke Grenzau zurückgekehrte 22-jährige Lokalmatador Liang Qiu. Zusätzlich können sie noch den 20-jährigen griechischen Abwehrspieler Konstantinos Angelakis einsetzen. Da der Pokal aber nach den Regeln der 1. Bundesliga mit dreier Mannschaften gespielt wird und die Celler Tischtennis-Asse gut gegen Abwehrer spielen können, wird sein Einsatz nicht erwartet.

Für die Zuschauer ist neu, dass das Spiel an einem Tisch ausgetragen wird. Außerdem werden zur Beschleunigung des Spiels die Bälle, die junge Spieler (innen) des TuS Celle für den Schiedsrichter einsammeln, durch den Schiedsrichter den Spielern zugeworfen. So muss nach dem Ende eines Ballwechsels der nächste Aufschlag schon nach 10 Sekunden erfolgen. Da der Celler Spitzenspieler Philipp Floritz sich immer recht lange vor seinem Aufschlag konzentriert, könnte dies ein Nachteil für ihn sein. Er sieht es allerdings anders: „Da mir die Bälle zugeworfen werden, habe ich keine Probleme mit der Zeit.“

Falls die Celler Mannschaft im Viertelfinale nicht ausscheidet, würde als nächster Gegner für die Celler ein Erstligist bei der Auslosung am Dienstag zugelost. Dieses Spiel müsste dann allerdings in einer deutlich größeren Halle stattfinden, damit möglichst viele Zuschauer dabei sein können. Aber bisher ist das nur ein Traum. Der Celler Mannschaftsführer Nils Hohmeier: „Schwerer als in der Gruppenphase wird unsere Aufgabe am Samstag auch nicht. Falls wir die knappen Spiele gewinnen, haben wir eine Chance. Unsere Form ist gut und wir haben hart trainiert.“

Das Punktspiel am Sonntag gegen Fulda ist für die Celler noch wichtiger. Es gilt, ebenso wie in Velbert, gegen die Konkurrenten um die Meisterschaft zu punkten. Fulda hat durch den Auswärtssieg gegen Hertha BSC gezeigt, dass sie zu den Spitzenmannschaften dieser Saison zählen. Fulda stellt mit Ausnahme des 16-jährigen Fan Bo Meng eine sehr erfahrene Mannschaft, die schon auf zahlreiche Erfolge und Erstligaeinsätze zurückblicken kann. Fan Bo Meng ist aber auch für die Celler schwer zu spielen, da er mit Tobias Hippler und Cedric Meissner zusammen den Europatitel in der Mannschaft errang und daher seine Mannschaftskameraden sehr gut kennt. fn Berlin verlor er nur denkbar knapp gegen Torben Wosik, trug aber durch zwei Punkte in seinen anderen beiden Spielen maßgeblich zum Erfolg bei. Fan Bo wird in Celle als Spitzenspieler erwartet und wird sich in seinem ersten Spiel ein kompromissloses Angriffsspiel gegen den Landesranglistensieger und Europameister Tobias Hippler liefern. Der Ausgang dieses Spiels und natürlich der der Doppel wird für das Ergebnis entscheidend sein.

An Position 2 wird der 44-jährige Vater von Fan Bo Qing Meng antreten. Qing ist Linkshänder und spielt Penholder mit kurzen Noppen. Neben zwei Jahren in der 1. Bundesliga, war er drei Jahre der erfolgreichste Spieler der 2. Liga und betreut jetzt neben seinem Sohn auch die Erstligamannschaft. Die Celler hoffen, dass er nicht beide Spiele gewinnt.
An Position drei spielt mit dem 40-jährigen Thomas Keinath ebenfalls ein sehr interessanter Spieler. Keinath stand schon 1997 mit dem deutschen Team im Halbfinale einer Weltmeisterschaft und ist aktueller Weltmeister der Gehörlosen. Internationale Turniere spielt er für die Slowakei und wurde dort 2014 Vize-Meister – also ein sehr starker Gegner für Nils Hohmeier und Cedric Meissner.

Komplettiert wird die Mannschaft durch ihren Senior, den 51-jährigen Hans-Jürgen Fischer, der insgesamt 11 Jahre in der 1. Bundesliga spielte und schon zwei Mal Deutscher Mannschaftsmeister war. Er spielt immer noch einen guten Ball und wurde in der letzen Saison in der Regionalliga West im mittleren Paarkreuz in 22 Einzeln nur zwei Mal bezwungen.. Ohne ihn wäre Fulda die sichere Meisterschaft der Regionalliga vor Velbert nicht geglückt.

Nach den Aussichten für das Wochenende befragt, antwortete der Celler Trainer Frank Schönemeier: „Der Pokal ist für uns eine Chance, zu sehen, wie weit wir noch von den Mannschaften der 2. Liga entfernt sind. Wichtiger ist aber für mich noch das Spiel gegen Fulda, damit wir im Aufstiegsrennen bleiben. Ich hoffe, dass meine Mannschaft selbstbewusst gegen die großen Namen aus Fulda bestehen kann und wir besser abschneiden als Hertha und Brackwede.“

Text: Dieter Lorenz

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