WATHLINGEN. Es rumort in der Wathlinger Feuerwehr. Vergangene Woche erreichte uns ein anonymes Schreiben von mutmaßlichen Feuerwehrleuten des Ortes. Seit Jahren gäbe es Probleme mit dem Ortsbrandmeister. Der Fall, der das Fass zum Überlaufen brachte: Der Ortsbrandmeister soll bei einem Einsatz am 16. Januar einen Drehleiterwagen gefahren haben, ohne den nötigen Führerschein zu haben, obwohl dazu befähigte Kameraden vor Ort gewesen sein sollen. Auch andere Vorfälle sollen die Kameraden zu dem zweiseitigen Schreiben bewogen haben. „Wir haben versucht zu klären, aber wir werden nicht für voll genommen“, beklagen die Verfasser.

I.d.R. messen wir anonymen Schreiben keinen großen Stellenwert zu – Umfang und Formulierung sowie eigene Recherchen ließen uns jedoch zu dem Schluss kommen, dass dies nicht der einzige Fall war, der in der Wathlinger Feuerwehr für Unmut sorgt. „Nachdem in den vergangenen Jahren das Fehlverhalten von (*) in der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Wathlingen thematisiert und wegignoriert wurde, wissen wir einfach nicht mehr weiter und haben diesen Brief verfasst“, heißt es dort weiter. Entsprechend hatten wir vergangene Woche sowohl die Beschuldigten als auch die Zuständigen die Möglichkeit zu einer Stellungnahme eingeräumt. Vorher wollten wir nicht berichten.

Die Führung der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Wathlingen wollte sich zunächst nicht zum Fall äußern. „Die Angelegenheit wird derzeit intern geprüft und es wird diverse Gespräche mit allen Beteiligten geben. Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Wathlingen ist auch zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, das kann ich so versprechen“, sichert Pressesprecher Olaf Rebmann auf CelleHeute-Anfrage zu.

Bürgermeister Torsten Harms bestätigt die dargestellte Situation: „Es gibt seit einiger Zeit Kritik an der Ausübung des Amtes als Ortsbrandmeister. Wenn Feuerwehrmitglieder so handeln, dann ist allerhöchste Gefahr im Verzug“, so Harms, der auch Feuerschutzausschussvorsitzender ist. Er rät den Beteiligten im Rahmen einer Mediation zu schauen, ob es einen Weg miteinander gibt, andernfalls müssen Einzelne die Konsequenz ziehen. „Gerade als Bürgermeister der Gemeinde Wathlingen ist es mir wichtig, dass die hervorragende ausgebildete Ortsfeuerwehr auch in der Zukunft ihren Dienst mit Vertrauen in der Wehr und in der Gemeinschaft der Feuerwehren der Samtgemeinde unter Gemeindebrandmeister Heiko Schworm leisten kann“, so Harms abschließend.

Lena Baacke, Amtsleiterin Amt für Bürgerservice, Ordnung und Soziales, bat um etwas Zeit: „Ich bitte um Verständnis, dass die Gespräche zur Aufklärung des Sachverhaltes aktuell andauern. Gerne kommen wir Anfang nächster Woche auf Sie zu.“ Allerdings: Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube hatte bereits zum Wochenende einer anderen Tageszeitung Auskunft erteilt und sich dort hinter den Ortsbrandmeister gestellt. Offenbar weiß dort die eine Hand nicht, was die andere tut. Der betroffene Ortsbrandmeister sowie sein Stellvertreter haben nicht reagiert.

Anstelle der klärenden Gespräche erleben Mitglieder in der Feuerwehr derzeit ein „Hauen und Stechen“ auf verschiedenen Ebenen, wie sie CelleHeute gegenüber berichten. Dieses habe bereits Auswirkungen auf personelle Entscheidungen innerhalb der Feuerwehr. Wir werden berichten.

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