Heckenschnitt und Laub praktisch verwerten - Hochbeet selber bauen

Umwelt Von Extern | am Do., 16.04.2020 - 15:23

CELLE/UELZEN. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie haben Wertstoffhöfe zu Zeit nur eingeschränkte Öffnungszeiten und oft lange Warteschlangen. Viele Gartenbesitzer stellt sich daher die Frage nach Alternativen. „Der Bau eines Hochbeetes bietet eine optimale Gelegenheit, alles Schnittgut, das über den Herbst und Winter im Garten angefallen ist, zu recyceln“, so Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. Hochbeete sind Gartenbeete, die nicht ebenerdig angelegt sind, sondern sich in einem Holzrahmen über das übliche Beetniveau hinaus erheben. Bei geeigneter Höhe kann das eigene Gemüse so bequem im Stehen gepflegt werden. Das Bücken fällt weg und nur wenige Handgeräte sind nötig.

Auf den ersten Blick scheint es, als wären Hochbeete vollständig mit Erde gefüllt, doch das ist keineswegs der Fall. „Ein Hochbeet besteht aus mehreren Schichten, die alle eine eigene Funktion erfüllen“, berichtet Andrea Pohlen. Die unterste Schicht macht gut 50 Prozent der Füllung aus und besteht aus Zweigen sowie kleineren Ästen. Sie werden kreuz und quer in den Holzkasten gelegt und sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Damit das Beet nicht zu schnell absinkt, sollte ausreichend Schnittgut verwendet und dieses möglichst kompakt eingefüllt werden. Dazu kann man in das Hochbeet steigen und die Schicht gut festtreten. Zur Ergänzung können Holzschnitzel, Rindenmulch oder mineralischer Schutt hinzugefügt werden.

Die zweite Schicht besteht aus Kompost, der noch nicht ganz verrottet ist. Ergänzt werden kann er durch weiteren Grünschnitt, Laub und auch kleine Grassoden, die mit den Wurzeln nach oben gelegt werden. Diese Schicht wird im Laufe einiger Wochen verrotten, wodurch sich Wärme bildet. „Durch diese natürliche Fußbodenheizung wird das Wachstum der Pflanzen gefördert“, erklärt Andrea Pohlen. „Lediglich die obersten zwanzig Zentimeter des Hochbeetes bestehen aus Erde. Im besten Fall kommt dafür torffreier Mutterboden zum Einsatz.“

Der Rahmen von einem Hochbeet wird aus Holz gebaut. Hierfür eignet sich Hartholz am besten. Wer in Keller oder Garage kein Restholz mehr findet, kann im Fachmarkt auf zahlreiche Bausätze zurückgreifen. Um das Hochbeet viele Jahre zu erhalten, sollte die Konstruktion vor schnellem Verfall geschützt werden. „Am sinnvollsten ist das Anbringen einer Hochbeetplane auf der Innenseite“, empfiehlt Andrea Pohlen. „Sie hält die feuchte Erde vom Holz fern und lässt Luftzirkulation zu.“ Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Seiten des Hochbeetes keinen direkten Kontakt zur Erde haben, so dass sie nach jedem Regen wieder völlig trocknen können. Das kann durch das unterlegen von Ziegelsteinen erreicht werden.

Weitere Informationen zum naturnahen Gärtnern gibt es  im Infopaket „Hochbeet“, bestehend aus den Broschüren „Gartenlust“ und „Bunte Gärten ohne Torf“. Dieses kann angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU Heide-Wendland, Schuhstr. 40, 29221 Celle. Kontakt: Tel. 05141 299 6284.