CELLE. Kaum Platz fanden gestern Mittag rund 500 Schülerinnen und Schüler, Angehörige, Freunde, Lehrkräfte und Kunstinteressierte im Celler Kunstmuseum. Dort eröffnete die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Ausstellung zum 18. Landeswettbewerb „Jugend gestaltet“. Bereits zum fünften Mal findet die Ausstellung zu dem Wettbewerb, bei dem junge Menschen ihre Sicht der Welt in Malerei, Zeichnung, Druck, Fotografie, Collage, Skulptur, Installation, Lichtkunst und Video ausdrücken, in Celle statt. Die Meißendorferin Emely Ahlden erhielt zudem den ersten Preis des Bundes Deutscher Kunsterzieher (BDK) für ihr Bild vom „Froschkönig und der Hummel“.

Jugend gestaltet 40„Ich bin von der Vielfalt der Themen und der Gestaltungstechniken sehr angetan“, sagte Kultusministerin Heiligenstadt in ihrer Eröffnungsrede. Künstlerisches Gestalten bedeute auch immer, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, so die Ministerin. Fast 2000 Arbeiten waren zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb eingegangen und von einer Fachjury nach Kriterien, die denen eines professionellen Kunstwettbewerbs ähneln, bewertet worden. Ute Heuer, Professorin für Malerei an der Hochschule Hannover, Giso Westing, freischaffender Maler aus Hannover und die Braunschweiger Kunsterzieherin Regine von Monkiewitsch hatten es sich nicht leicht gemacht, unter den Einsendungen die insgesamt 225 besten Werke für die Ausstellung nach Qualität und Eigenständigkeit der Ideen, Entschlossenheit der künstlerischen Umsetzung und dem Mut zu dem etwas anderen Blick auszuwählen.

Aus heimischer Sicht besonders erfreulich ist der Erfolg von Emely Ahlden aus Meißendorf, die den mit 150 Euro dotierten ersten Preis des Bundes Deutscher Kunsterzieher (BDK) für ihr Bild vom Froschkönig und der Hummel überreicht bekam. Die Schülerin der 11. Klasse des Hermann-Billung-Gymnasiums zeigte sich völlig überrascht von dem Gewinn. Sie hatte mehrere ihrer mit Buntstiften gezeichneten Werke eingesandt. „Das Bild mit dem Froschkönig ist bereits vor zwei Jahren entstanden – es war ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter“, sagte die Schülerin, die sich zum ersten Mal an dem Wettbewerb beteiligt hatte. Die Plätze zwei und drei des BDK gingen an Esther Kobelt aus Hannover und Isabella Schwaab aus Braunschweig.

225 Werke der 243 Sieger werden im Celler Kunstmuseum über zwei Etagen noch bis zum 29. Mai 2016 ausgestellt und geben einen Einblick in die Bildwelt der jungen Künstler im Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren. „Die Exponate sind auch ein breiter Querschnitt des Kunstunterrichts an den niedersächsischen Schulen“, meinte Annelore Tonscheidt vom Verein „Jugend zeichnet und gestaltet e. V.“, der seit über 30 Jahren mit großem Engagement den Wettbewerb betreut. Tonscheidt dankte dem Kultusministerium, das von Beginn an die Schirmherrschaft von „Jugend gestaltet“ sowie einen großen Teil der Kosten übernommen hatte. Ebenso galt ihr Dank der Kulturstiftung der Nord LB sowie der Sparda-Bank Hannover für die finanzielle Unterstützung des Wettbewerbs 2016. Die Vorsitzende des Vereins hat in diesem Jahr zum letzten Mal die ehrenamtliche Organisation des Landeswettbewerbs übernommen. Sie hoffe, baldmöglichst Nachfolger zu finden, denen die kulturelle Bildung der Jugendlichen ebenso am Herzen liege wie ihr, so Tonscheidt.

Fotos: Peter Müller

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