WIETZE. In der Grundschule und den Kindertagesstätten in Wietze wird künftig eine Heilpädagogin tätig sein. Kinder mit Migrationshintergrund und mit verzögerter, beeinträchtigter oder gefährdeter Entwicklung erhalten damit eine Unterstützung im Alltag.

Heilpädagogen arbeiten mit Menschen, bei denen eine Behinderung besteht oder deren Entwicklung verzögert, beeinträchtigt oder gefährdet ist. Bei Kindern kann Letzteres beispielsweise durch zu wenig Unterstützung im (Schul)Alltag, nicht ausreichende Sprachkenntnisse oder unzureichend erfüllte Bedürfnisse entstehen.

Im Vorfeld der nun getroffenen Entscheidung des Rates der Gemeinde wurde bereits die Bedarfslage in den Kindertagesstätten und der Grundschule abgefragt. Dabei wurden durchgehend positive Rückmeldungen mit konkreten Bedarfsmeldungen geäußert.

Der Rat der Gemeinde Wietze hat diese Bedarfslage nun aufgegriffen und entschieden, ein heilpädagogisches Angebot an der Grundschule und den Kindertagesstätte einzurichten. Konkret bedeutet dies, dass eine Heilpädagogin vom Caritasverband Celle mit einem wöchentlichen Umfang von 15 Stunden in Wietze tätig wird. Da bisher keine Erfahrungen mit einem solchen Angebot gemacht wurden, gilt es zunächst befristet für zwei Jahre und wird wahrgenommen durch  Gitte Rasmus, ausgebildete Erzieherin, Erziehungsberaterin und Absolventin eines Studiums der Heilpädagogik.

Gitte Rasmus wird die Kinder demnächst in verschiedenen Unterrichtsbereichen bzw. Bereichen des täglichen Lebens begleiten und durch Einzelfördereinheiten oder Fördereinheiten in Kleingruppen unterstützen. Profitieren sollen davon vor allem Kinder mit Migrationshintergrund sowie Kinder mit Assistenzbedarf. Zudem soll eine regelmäßige Überprüfung möglicher Förderbedarfe oder (Hoch)Begabungen stattfinden.

„Ich freue mich sehr über dieses neue Angebot für unsere Kinder in Wietze“, so Bürgermeister Klußmann nach der Entscheidung im Rat. „Gerade mit Blick auf die Inklusion sollten wir uns grundsätzlich mit der Frage beschäftigen, wie wir Kinder individuell fördern und unterstützen können. Die Heilpädagogin wird dazu sicherlich ein großes Stück beitragen.“

Die Einrichtung des heilpädagogischen Angebotes ist eine freiwillige Maßnahme und kostet die Gemeinde rund 20.000 Euro jährlich. Bisher bieten nur sehr wenige Kommunen überhaupt ein solches Angebot, die Gemeinde Wietze übernimmt somit eine Art Vorreiterrolle für andere Gemeinden im Landkreis.

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