CELLE. Angesichts überfüllter Notfallambulanzen dringt der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) auf eine bessere Lastenverteilung. Daher hat er ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch geführt. Zusammen mit Dr.-Ing. Hans Mehles sprach er über eine stärkere Verbreitung der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Diese ist für alle Fälle außerhalb der regulären ärztlichen Sprechstunden gedacht, die nicht zu einer wahrscheinlichen stationären Aufnahme im Krankenhaus führen. Auch lassen sich im Bedarfsfall Hausbesuche vereinbaren.

Der Faßberger Hans Mehles hatte vor vielen Jahren die Initiative übernommen, die Telefonnummer des ärztlichen Notdienstes in „Bereitschaftsdienst“ umzubenennen, um eine Verwechselung mit der Notfallnummer zu vermeiden. Seitdem ist es ihm ein Anliegen, diese Nummer in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Auch mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatten Henning Otte und Hans Mehles aus diesem Grund schon ein Gespräch. Inzwischen ist diese Nummer in vielen europäischen Nachbarländern ebenfalls gültig.

Der KVN-Vorsitzende betonte, dass es Ziel sei, die medizinische Versorgung der Patienten so gut wie möglich zu gestalten. Dazu gehöre es auch, unnötige Wartezeiten in der Ambulanz zu vermeiden. Er erläuterte, dass die Ansiedlung der Notfallpraxis im AKH Celle im Juli dieses Jahres bereits zu Synergieeffekten und damit zu einer Entlastung der Ambulanz geführt habe. Sie ist bis 23:00 geöffnet. „Da viele Patienten einen festen Anlaufpunkt wünschen, ist diese Praxis am AKH Celle von Vorteil“, so Otte. Während die Versorgung von teils lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen bei der Notfallambulanz im Vordergrund stehe, sei die Notfallpraxis für alle anderen. Insgesamt wurde die 116 117 im Landkreis Celle im vergangenen Jahr 5.000 mal gewählt. Gerade nach der örtlichen Bündelung in Celle werde man jetzt eine Kampagne für den Bereitschaftsdienst in Gang setzen, kündigte Otte an.

Als weiteres Thema griff er die ärztliche Versorgung auf dem Land auf. „Mir ist es wichtig, dass die Wege nicht zu weit werden“, erklärte Otte. Hier sicherte Barjenbruch zu, dass man an dem Thema „dran“ sei und mehrere Ansatzpunkte habe. Zum einen würden bereits Studienbewerber aus dem ländlichen Raum angesprochen und gemeinsame Pläne entwickelt, die auch jungen Leuten die Übernahme einer Praxis auf dem Lande erleichterten. Das gehe über die finanzielle Förderung, Mobilitätskonzepte bis zu Sonderzahlungen von besonders schlecht versorgten Gebieten bis hin zu Umsatzgarantien im Einzelfall.

Henning Otte sah angesichts der Initiativen einen gangbaren Weg, um die Lasten künftig besser zu verteilen. Er vereinbarte, mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Gespräch zu bleiben, um eine bestmögliche Versorgung im Landkreis zu gewährleisten. „Ich bin zuversichtlich, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst bei entsprechendem Bekanntheitsgrad noch mehr als bislang angenommen wird. Damit erreichen wir eine insgesamt noch bessere ärztliche Versorgung – insbesondere in ländlichen Bereichen“, so Otte.

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