CELLE. Was 2013 mit einer Idee begonnen hat, nimmt seit Januar Gestalt an: Vor allem für Kinder, aber auch für jede andere hilfebedürftige Person, hat die Aktionsgruppe „SchutzCelle Blumlage/Altstadt“ 13 „SchutzCellen“ geschaffen. Dabei handelt es sich meist um Geschäfte in der Altstadt und Blumlage, an die sich die junge Generation in Not oder Unwohlsein wenden kann – von einem benötigten Pflaster bis zu einem Anruf. Gudrun Jahnke, Ortsbürgermeisterin des Stadtteils Blumlage, und Nadine Kuchar, Stadtteilmanagement Alte Molkerei, haben die Aktion zusammen mit vier weiteren ehrenamtlichen Helfern, Sabine und Daniel Kunert, Antje Genzel sowie Michel Devezeau, ins Leben gerufen.

„Wir hatten immer das ernsthafte Ziel vor Augen, „Schutzzellen“ in die Blumlage zu bringen. Diese Zufluchtsorte sind in einigen deutschen Städten etabliert und auch in der Celler Heese und Neustadt zu finden. 2013 musste sich die erste Gruppe aus fünf Ehrenamtlichen leider auflösen, nun bringt sich aber jeder aktiv in das Projekt ein“, berichtet die Ortsbürgermeisterin. Bislang habe die Gruppe noch von keinem Geschäft eine Absage erhalten. „Einige Geschäfte berichten, dass sie schon vor unserer Anfrage Besuche von Kindern in Not bekommen hätten. Dass sie uns helfen, wäre gar keine Frage“, freut sich Jahnke und führt weiter aus: „Mit den SchutzCellen wollen wir das Verantwortungsgefühl und die Gemeinschaft in unserem Stadtteil stärken. Celle ist kein unsicherer Ort, sondern das ‚Wir-Gefühl‘ soll in den Fokus rücken“.

Genzel hat vor ihrer Pensionierung 20 Jahre als Beratungslehrerin an einer Schule gearbeitet und weiß, dass es manchen Kindern schwerfalle, sich zu öffnen: „Wir möchten den Kindern die Angst nehmen, sich im Notfall an unsere Partnergeschäfte zu wenden“. Deshalb möchte sich die Aktionsgruppe verstärkt an die Schule richten. Die Kinder sollen in Versammlungen und Aushängen über die Zufluchtsorte informiert werden. Auch bei Elternabenden möchten die Mitglieder von ihrer Idee berichten.

Derzeit gebe es noch keine konkreten Rückmeldungen der Celler Läden, doch in jährlichen Treffen sollen alle Partner die Gelegenheit bekommen, sich auszutauschen und ihre Erlebnisse zu berichten. In Zukunft sollen weitere Orte in der Innenstadt gefunden werden, insbesondere Restaurants seien für die Abendstunden gesucht. Momentan treten zwei Geschäfte pro Woche dem Projekt bei, berichten die Initiatoren. Diese würden zu Anfang mit einem „Erste-Hilfe-Kit“ aus Traubenzucker und Pflastern ausgestattet. Wer dem aus Spenden finanzierten Projekt ehrenamtlich helfen oder das eigene Geschäft anmelden möchte, kann sich telefonisch unter 05141/6130 melden oder per Mail an altemolkerei@stiftung- linerhaus.de wenden.

Flyer





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