Historisches Luftfahrzeug Douglas DC-3 zu Gast auf dem Fliegerhorst

Wissenschaft Von Redaktion | am Fr., 24.08.2018 - 17:46

FASSBERG. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich jüngst vermutlich die Augen gerieben, als eine Douglas DC-3, ein Originalflugzeug aus der Luftbrückenzeit, über Faßberg schwebte und auf dem Fliegerhorst landete. Im Vorfeld des 70. Luftbrückenjubiläums im Jahr 2019 war der dänische Verein „DC-3 Vennere“ nach Faßberg geflogen, um sich über den Fliegerhorst Faßberg, dessen Start- und Landebahn und den weiteren Örtlichkeiten zu informieren. So wird die DC-3 Vennere einer von 30 bis 40 „Rosinenbombern“ sein, die Mitte Juni 2019 gemeinsam mit historischen Fahrzeugen die Luftbrücke nach 70 Jahren noch einmal aufleben lassen werden. Unter anderem wird die Deutsche Fernsehlotterie im kommenden Jahr ein Wochenende in der Lüneburger Heide verlosen, verbunden mit einem Mitflug in diesem historischen Luftfahrzeug. Henrik Hugger, Vorsitzender des DC-3 Vennere Vereins hatte mit seinem Team die Reise nach Faßberg geplant, um mit Oberstabsfeldwebel Paul Hicks vom Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin e.V. und Ulrich Meyerratken von der Deutschen Fernsehlotterie die ersten Gespräche zum Großevent in 2019 zu führen.

Die dänische Douglas DC-3 ist ein Stück lebendiger Geschichte und der dänische Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses traditionsreiche Flugzeug technisch so zu erhalten, dass es fliegt und der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Das Flugzeug stammt aus dem Jahr 1944 und war ursprünglich als „fliegender Schlafwagen" gedacht – der sogenannte Douglas Sleeper Transport (DST) mit Platz für 14 Betten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die C-47, wie die U.S. Air Force sie nannte, mehr als Transportflugzeug genutzt. Unzählig sind die Berichte, in denen die Crew die Maschinen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit führten, entweder um ihr eigenes oder das Leben anderer zu retten.

Die Douglas Flugzeugwerften produzierten innerhalb von zehn Jahren nahezu 11.000 Muster in verschiedensten Varianten. Die damalige Sowjetunion, China und Japan stellten zudem 5 - 6.000 Maschinen in Lizenz her. Nach dem Einsatz bei der U.S. Army Air Force wurde das Flugzeug im Jahr 1945 der norwegischen Luftwaffe übergeben. Ein Jahr später, 1946, wurde es in den zivilen Dienst bei der norwegischen Luftverkehrsgesellschaft (DNL) und später bei Scandinavian Airlines System (SAS) überführt. Als Verkehrsflugzeug trug es den Namen "Terje Viking". Im Herbst 1953 kaufte die dänische Luftwaffe das Flugzeug und flog mit der militärischen Registrierung K-682 in den ersten Jahren von Kastrup Flughafen und später von der Flugstation Værløse über Europa, Dänemark und den Nordatlantik.

Nach insgesamt 29 Jahren im Dienst der Luftwaffe wurde die DC-3 am 30. Juli 1982 außer Dienst gestellt. Heute kann das Flugzeug 16 bis 19 Fluggäste mitnehmen. Es ist ein nostalgisches Erlebnis in Zeiten moderner Jets die Aussicht aus niedriger Höhe zu genießen, während zwei Motoren im Hintergrund leise brummen. „Es war ein einmaliges Erlebnis, dieses Luftfahrzeug bei uns in Faßberg nicht nur im Museum, sondern auch in der Luft zu sehen. Wir freuen uns natürlich schon alle sehr, nicht nur diese dänische Maschine, sondern dann auch viele weitere Rosinenbomber im Jahr 2019 auf dem Fliegerhorst besichtigen zu können“, freute sich Paul Hicks nach dem Abflug der Dänen.