Hitze: Gefahr für Tiere in Autos und Dachböden

Polizei + Feuerwehr Von Redaktion | am Fr., 18.06.2021 - 12:39

CELLE. Der Einsatz am Vormittag ist noch einmal gut gegangen. Ein aufmerksamer Zeuge alarmierte die Polizei, weil ein Hund trotz Sommer-Hitze im Auto zurückgelassen wurde. Umgehend kontrollierten die Beamten das Fahrzeug und stellten fest, dass die Fenster geöffnet und der Hund mit Wasser versorgt war. "Im Tierheim wäre es jetzt noch wärmer", so die Einschätzung der Polizisten, nachdem sie im Inneren des im Schatten abgestellten Fahrzeugs "nur" 31.6° C gemessen hatten. 

Anders erging es einem Hund in Bielefeld. Dort befand sich gestern seit mindestens einer Stunde in einem Auto mit geschlossenen Fenstern. "Als wir das Fahrzeug erreichten, regte sich der Hund kaum und reagierte nicht auf Ansprache. Alle Fenster und Türen waren verschlossen und Wasser war ebenfalls nicht im Auto vorhanden", so die Polizei. "Uns blieb nichts anderes übrig, als die Heckscheibe des Pkw einzuschlagen und den Hund nach draußen zu tragen. Der Hund bekam von uns direkt Wasser zu trinken. Auch Anwohner brachten zusätzliches Wasser vorbei.

Kurze Zeit später kam der Fahrer des Autos, ein Mann aus Bünde, und erklärte uns, dass er einen Termin gehabt habe und deshalb den Hund für circa drei Stunden im Fahrzeug lassen wollte. Trotz der eingeschlagenen Heckscheibe bedankte sich der Mann bei uns. Dennoch erstatteten wir eine Anzeige gegen ihn wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz."
 

 
Auch Wildtiere sind in Gefahr: denn an diesen sehr heißen Sommertagen entstehen vor allem unter Dächern enorme Temperaturen, oft sogar über 60 Grad. Weil auf Dachböden häufig Fledermäuse, Mauersegler oder Sperlinge ihre Quartiere haben, werden diese Standorte zur tödlichen Falle. „Wir haben schon zahlreiche Anrufe von besorgten Naturfreunden bekommen, die vermehrt verunglückte Jungtiere gefunden haben“, sagt Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. „Beim verzweifelten Versuch der unerträglichen Hitze zu entkommen, fallen viele Jungtiere aus ihrem Nest. Es ist jetzt unheimlich wichtig, dass Dachböden gut durchgelüftet werden und Dachluken am besten auch nachts offen gelassen werden“, appelliert die Naturschützerin an die Bevölkerung, jetzt vermehrt auf dem Dachboden oder rund ums Haus zu kontrollieren, ob möglicherweise Tiere aus dem Nest gesprungen sind.

Das Aufhängen von nassen Tüchern oder Laken auf dem Dachboden könne zusätzlich Abhilfe schaffen, da diese einen kühlenden Effekt haben. Wichtig sei auch, im Garten Wasserstellen zu platzieren, am besten an einem schattigen Standort. Diese bieten sowohl Vögeln, als auch Insekten an heißen Tagen genügend zu trinken. Ein paar Steine und Moos in der Wasserschale sind ein sicherer Landeplatz für Biene, Käfer und Co. Um Krankheitserregern vorzubeugen, sollte das Wasser täglich ausgetauscht werden.

„Solche Situationen lassen sich leider gerade nicht vermeiden. Man kann nur vorsorglich tätig werden, indem zum Beispiel das Haus ausreichend durch Bäume beschattet wird oder die Fassade begrünt wird, damit sich das Haus nicht ganz so stark aufheizt“, so Rogoschik. „Auch durch das Aufhängen von Nistkästen an der Hauswand, die längst nicht so heiß wird wie der Dachboden, kann Vögeln ein geeigneter Nistplatz angeboten werden“, erklärt die NABU-Mitarbeiterin und ruft dazu auf, selbst aktiv zu werden: „Vorsorge ist hier ganz klar das Stichwort! Durch die genannten Maßnahmen könnten viele Tiere vor dem Hitzetod bewahrt werden!“