Holocaust-Gedenktag 2019: Buchprojekt über einen Shoa-Überlebenden

Gesellschaft Von Redaktion | am Fr., 25.01.2019 - 17:00

HERMANNSBURG. In dem Maße, wie es Shoa-Überlebende als Zeitzeugen immer weniger gibt, wird die Frage immer häufiger gestellt: Wie können die Erlebnisse und Erfahrungen der zur NS-Zeit Verfolgten und zur Vernichtung Preisgegebenen an die nächsten Generationen angemessen weiter vermittelt werden? In dieser Situation gelten diejenigen Personen, die behutsam und geduldig fragen und als Gesprächspartner aufnahmefähig genug sind, um das Unausprechliche an Entwürdigung und Leid zu begreifen, als wichtige Vermittler - sozusagen als Zeugen der Zeitzeugen.

Schüler und Schülerinnen des Ev. Gymnasiums zum Grauen Kloster in Berlin-Wilmersdorf sind 2004 durch die Begegnung mit dem in Berlin untergetauchten Shoa-Überlebenden Rolf Joseph (1920 – 2012) im Laufe der Jahre zu solchen Zeugen geworden. In einer ebenso beispielhaften wie beispiellosen Aktion haben sie zusammen mit ihm seine Verfolgungs- und Überlebensgeschichte aufgeschrieben. Unter dem Titel „Ich muss weitermachen – die Geschichte des Herrn Joseph“ ist das daraus entstandene Buch bereits in dritter Auflage erschienen und für die „Joseph-Gruppe“ – so nennen sich die damaligen Schülerinnen und Schüler auch noch nach Jahren – mittlerweile Grundlage für einen von ihnen gestifteten „Rolf-Joseph-Preis“, der an Schülergruppen verliehen wird, die sich mit diesem Themenbereich besonders beschäftigen.

Über all das berichtet als Sprecher der „Joseph-Gruppe“ Fabian Philipp Herbst, Berlin, unter dem Thema „Wie gemeinsame Erinnerung zu Verantwortung führt“ am Sonntag, dem 27. Januar 2019, um 19.30 Uhr im Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg. Einladende sind der SPD-Ortsverein Südheide zusammen mit dem überparteilichen Verein „Gegen Vergessen-Für Demokratie“ in Berlin.