WIETZE/JEVERSEN. Die Diskussion des Ortsrates Jeversen und des Infrastrukturausschusses des Gemeinderates Wietze um eine Standortauswahl für ein geplantes neues Feuerwehrgerätehaus für die Ortsfeuerwehr Jeversen endete anders als alle Teilnehmer es vorhergesagt hätten, wären sie vorher befragt worden. Davon ist zumindest die Gemeinderatsfraktion der „Grünen“ überzeugt. Klaus Fleck, der Berater der Grünen-Fraktion im Infrastruktur-Ausschuss, nannte die langanhaltende, ergebnislose Diskussion ein „Hornberger Schießen um zwei offensichtlich nicht zustimmungsfähige Vorschlagsvarianten“.

Aus Sicht der Grünen stellt sich die Lage folgendermaßen dar: Im Wietzer Gemeinderat besteht fraktionsübergreifend Einigkeit für die Notwendigkeit zum Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Jeversen. Ein Anbau an das bestehende Gerätehaus wird aus technischen Gründen ebenfalls gemeinschaftlich abgelehnt. Die Jeversener Feuerwehr befürwortet für ihren Neubau einen Standort, wie bisher, in der Dorfmitte im dortigen Eichenhain in der Nachbarschaft des ‘Hirtenhauses‘.

Der Rat und die Verwaltung waren diesem Vorschlag gefolgt und hatten die Prüfung der Machbarkeit in Auftrag gegeben. Das Ergebnis waren drei alternative Vorschläge mit verschiedenen Grundrissen, die alle einen Neubau an der Gemeindestraße „Im Reihern“ mit ausreichenden Park- und Abstellflächen für die Feuerwehr vorsahen. Als An- und Abfahrt für die Feuerwehr war die Straße „Im Reihern“ vorgesehen. Als wesentlicher Nachteil für alle drei Varianten wurde, insbesondere von der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, die Notwendigkeit zum Fällen von acht oder neun über 100-jährigen Eichen des dorfbildprägenden Eichenhaines angesehen.

Angesichts dieser Ausgangslage sah sich die Wietzer Gemeinderatsfraktion-Fraktion von B 90/Die Grünen veranlasst, einen eigenen Standortvorschlag für ein neue Feuerwehrgerätehaus einzureichen. Bei ihrer Auswahl konnte sie die ihr bekannten Wünsche der Feuerwehr und von Anwohnern der Straße „Im Reihern“ berücksichtigen. Der Wunsch der Feuerwehr nach einem neuen Gerätehaus möglichst in der Dorfmitte in unmittelbarer Nachbarschaft des „Hirtenhauses“ im Eichenhain, konnte ebenso berücksichtigt werden wie der Wunsch von Anliegern der Straße „Im Reihern“ zur weitestgehenden Schonung des über 100-jährigen Eichenbestandes und unnötiges Fällen im Eichenbestand.

Die Fraktion wählte die bisher lediglich als „Osterfeuerplatz“ genutzte Freifläche, unmittelbar südlich des Grillpavillons, als aus ihrer Sicht geeigneten Standort zum Bau des Gerätehauses aus. Dabei ging sie bei ihren Überlegungen davon aus, dass bei der Planung zum Bau eines neuen Gerätehauses aus Kostengründen ein Gebäude mit einem ausgebauten Dachgeschoss geplant wird. Für das Erdgeschoss würde die Fraktion die Fahrzeughalle und sämtliche Sozialräume mit Duschen und Toiletten einplanen wollen. Eine Teeküche, Versammlungs- und Besprechungsräume sowie ein Ortsbrandmeisterbüro würden die Grünen für das Dachgeschoss einplanen.

Für die aus Sicherheitsgründen geforderte getrennte An- und Ausfahrt für Feuerwehrleute und Feuerwehr im Alarmfall bieten sie eine praktikable Lösung an: Die Ausfahrt im Alarmfall auf die B 214 könne ohne Probleme über die jetzt bereits bestehende An- und Ausfahrt an der Ostgrenze des Grundstückes erfolgen. Die notwendigen Parkplätze für die Feuerwehr sollten auf der Westseite des Grundstückes eingeplant werden, dort wo das noch existierende Kühlhaus abgerissen werden soll. Die Parkplätze sollten, nach Fraktions-Meinung, so zwischen den Eichen eingeplant werden, dass ein Fällen von Bäumen, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang erforderlich wäre.

Kritik äußerte Claus-Friedrich Schrader, Grünen-Fraktionsvorsitzender, an der zögerlichen Weitergabe seiner Antragsunterlagen durch die Verwaltung. Die Zusendung an die Rats-und Ausschussmitglieder sei erst nach Intervention bei Bürgermeister Klußmann erfolgt.

„Alle Varianten wurden von Ortsrat und Infra-Ausschuss kontrovers diskutiert, ohne dass sich die Standpunkte annähern konnten. Letztlich waren es dann die Anstöße aus den Reihen der Zuhörer, die immer wieder nach einer Prüfung anderer Standorte außerhalb der Dorfmitte fragten, die zwei Mitglieder des Ortsrates veranlassten, eine Verschiebung der Beratungen anzuregen, um eine nochmalige Überprüfung von Alternativstandorten in der Gemeinde verwirklichen zu können“, so Claus-Friedrich Schrader. Ortsrat und der Infrastrukturausschuss hätten  sich einmütig dieser Auffassung angeschlossen, die Beschlussfassung wurde vertagt.

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