Horst Papenburg erhält Medaille für besondere Verdienste

Gesellschaft Von Redaktion | am Mi., 04.08.2021 - 16:31

HAMBÜHREN. An Horst Papenburg wurde heute durch Landrat Klaus Wiswe die Medaille für vorbildliche Verdienste verliehen. In den Räumen der Obels-Jünemann-Stiftung hatte sich neben der Ehefrau und Familienangehörigen des Geehrten auch Bürgermeister Carsten Kranz eingefunden. In seiner Laudatio ließ Landrat Wiswe die Verdienste Horst Papenburgs Revue passieren:

"Lieber Herr Papenburg,  
Helden des Alltags. Das ist aus meiner Sicht kurz zusammengefasst der Grund, wofür die Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten vom Land Niedersachsen 1996 geschaffen wurde. Sie wird verliehen für „vorbildliche Verdienste um den Nächsten… als Zeichen des Dankes und der Anerkennung“. Diesen Dienst am Nächsten haben Sie, lieber Herr Papenburg, ohne Frage geleistet. Bevor ich zu den Gründen komme, lassen Sie uns kurz auf Ihren Werdegang schauen.

Sie wurden am 23. März 1936 in Celle geboren und waren, so wurde es mir berichtet, eins von 14 Geschwistern. Ich gehe mal davon aus, dass es bei Ihnen Zuhause eher selten langweilig war… Sie wuchsen in Oldau auf, besuchten die örtliche Volksschule und absolvierten danach eine Lehre als Zimmerer in Winsen (Aller). Durch einen Arbeitsunfall mussten Sie sich beruflich umorientieren und fanden ein neues berufliches Tätigkeitsfeld bei der DEA in Wietze. Dort waren Sie auf den Bohrtürmen unterwegs. Von dort führte Sie der Weg zum Betonwerk Kiebitzkrug in der Gemeinde Wedemark und zum Schluss arbeiteten Sie in der Standortverwaltung des Truppenübungsplatzes. Wenn ich so auf Ihren Lebenslauf schaue, muss ich sagen, Sie, lieber Herr Papenburg, sind viel rumgekommen.

Seit 1963 sind Sie mit Ihrer Frau Gerlinde (geborene Kristen) verheiratet und haben drei Töchter und einen Sohn. Und hier beginnt im Prinzip auch die Beschreibung einer ihrer Tätigkeiten, für die Sie heute ausgezeichnet werden und der Sie diese Medaille im Grund sogar zu verdanken haben. Denn es war Karin Robel von der Behindertengruppe Wathlingen/Flotwedel, die Sie für diese Auszeichnung vorgeschlagen hat.  Frau Robel berichtet uns, dass Sie seit über 40 Jahren mit Ihrer Tochter Gabi einmal in der Woche an den Treffen des Vereins teilnehmen. Zu den Treffen nehmen Sie auch eine weitere Dame mit, die bei Lobetal Zuhause ist. Zu Ihrer Arbeit dort hat Heidi Beddig, eine der Mitbegründerinnen der Gruppe, uns einen kleinen Einblick gegeben: „Horst fasst mit an, wo Hilfe gebraucht wird. Er spielt mit den Jungs Karten oder „Mensch ärgere dich nicht“ und ist sich auch nicht zu schade, Geschirr für 30 bis 35 Leute in der Küche abzuwaschen. Wenn gegrillt wird; Horst ist da und grillt für alle. Der Grill ist kaputt, wer repariert ihn: Horst“

Auch die Bastelgruppe freut sich über ihr Engagement. Frau Beddig berichtet dazu ebenfalls: „Im Frühjahr bekommen wir von Horst Buchsbaum zum Binden der Osterkränze. Er klappert, so glaube ich, halb Oldau dafür ab und sorgt für Nachschub. Im Winter fährt er mit dem Förster in den Wald und holt Birke für Scheiben zum Bestecken der Adventskränze. Die schneidet er Zuhause, schmirgelt sie und bringt uns 150 bis 180 Stück. Auch für den Weihnachtsbasar sägt und werkelt Horst über das Jahr.“ Ihr Fazit lautet: „Wenn einer diese Auszeichnung verdient hat, dann er“.

Sie haben sich aber nicht nur dort einen guten Namen mit Ihrem Engagement gemacht, sehr geehrter Herr Papenburg. Auch ihr Bürgermeister Carsten Kranz hat uns über ihre Tätigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft berichtet: „Herr Papenburg ist ein sehr familiärer, sozialer und geselliger Mensch. Er ist in der Gemeinde und dem Ortsteil Oldau fest verwurzelt und seit 63 Jahren Mitglied im örtlichen Schützenverein. Beim Neubau des Schützenhauses in den 70er Jahren hat er seine Fertigkeiten als Zimmermann eingebracht und sich mit großem persönlichen Einsatz aktiv beteiligt… Ich freue mich sehr, dass Herr Papenburg, der von vielen Einwohnern der Gemeinde sehr geschätzt wird, für eine solche hohe staatliche Auszeichnung vorgeschlagen worden ist.“

Erwähnt sei hier, lieber Herr Papenburg auch noch Ihre Arbeit im Sozialverband Deutschland. In der Ortsgruppe Oldau waren sie für fünf Jahre Kassenwart und sind in der jetzt fusionierten Ortsgruppe Hambühren immer noch als Mitglied vertreten.

Menschen wie Sie, Helden des Alltags wie Sie, braucht der Landkreis Celle. Eine Verwaltung, egal ob die Gemeinde Hambühren oder der Landkreis Celle, kann immer nur einen Rahmen setzen, aber der bleibt ein Gerippe, wenn es nicht Menschen wie Sie gäbe, die ihn ehrenamtlich zum Wohle anderer mit Leben füllen würden. Das Ehrenamt ist mit das Wichtigste, was wir in dieser Gesellschaft haben und ich kann nicht genug betonen, wie froh ich als Landrat bin, dass Menschen wie Sie sich vor Ort engagieren. Sie sind ein Vorbild für diese Gesellschaft.

Lieber Herr Papenburg, meine Damen und Herren,
es bleibt mir nur noch einmal abschließend festzustellen, dass Sie große Teile Ihres Lebens in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben. Als Landrat des Landkreises Celle spreche ich Ihnen für Ihr langjähriges, ehrenamtliches Wirken zum Wohl der Allgemeinheit, oftmals unter Zurückstellung Ihrer eigenen und privaten Belange, meinen besonderen Dank aus. Dieser Dank gilt auch Ihrer Familie, die wohl mehr als einmal angesichts Ihres Engagements zurückstecken musste. Ich habe nun die erfreuliche Ehre, Ihnen die Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten und die Verleihungsurkunde aushändigen zu dürfen."