"Ich finde es bedenklich" - Celle steht auf demonstriert

Gesellschaft Von Extern | am So., 25.07.2021 - 21:01

CELLE. Gut 20 Personen nahmen heute an der Kundgebung von "Celle steht auf" auf dem Brandplatz teil. Die Anliegen der Bewegung wurden in einer Ansprache von Annegret Eckert unter dem Titel "Es tut sich was in Deutschland!" und einem Text von Marc Salzmann unter dem Titel "Ich finde es bedenklich" deutlich gemacht. 

Ansprache von Annegret Eckert:

"Warum brauchen wir eigentlich Katastrophen, um zusammen zu wachsen? Warum erkennen wir uns nicht mehr im Alltag, sehen, dass wir zusammen gehören? Warum lassen wir uns vom Stress und von unserem Tagesplan regieren und erkennen nicht, dass unser Kollege, unsere Nachbarin, vielleicht sogar unser bester Freund Beistand und Hilfe braucht? Wir lassen uns antreiben von Eifersucht und Neid, vom "Mehr-Haben-Wollen", vom Komsumrummel und Karrierewahn. 

Jedoch - es gibt schon viele Menschen, auch aus hohen Positionen - die ausgestiegen sind aus unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, weil sie erkannten, dass dieses vordergründige Streben nach Geld und Macht nicht glücklich macht. Schon vor vielen Jahren. Aber es waren meist einzelne. In der Corona-Krise wird uns das System, in dem wir leben par excellence vorgeführt: nichts funktioniert mehr so wie früher. Wir stehen am Scheideweg: übernehmen wir nun endlich Selbstverantwortung, stehen wir zu unserem Menschenbild, zu unseren inneren Überzeugungen oder beugen wir uns einem Narrativ, dass uns von PolitikerInnen serviert wird? 

Jeder trägt Verantwortung. Für sich selbst, und viele auch für die eigenen Kinder. Im Ahrtal erkennen die Menschen, dass das Corona-Märchen eine Schmäh ist, keiner steckt sich an, obwohl viele Arbeiten nur im Miteinander zu bewältigen sind. Sie brauchen keine Politiker, sie sich einfliegen lassen und Sonntags-Reden halten, während im Hintergrund von den Polit-Schranzen ein Lachen aufsteigt. Sie brauchen keine Reporter, die sich absichtlich mit Dreck beschmieren, damit sie glaubwürdiger im Fernsehen rüberkommen. Was wir brauchen, ist, dass  wir erkennen: wir ehrlichen Menschen gehören zusammen, jenseits von Spalterei und Parteizugehörigkeit. Wir sind alle aufeinander angewiesen. Das Ahrtal macht deutlich: die gewählten "Volksvertreter" versagen, während die wahren Menschen zusammenwachsen."

Text von Marc Salzmann, der verlesen und als Flugblatt verteilt wurde:

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