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Bundesverdienstkreuz für Dr. Albrecht Schack

„Ich war ein Knoten in einem Netzwerk“

11.03.2017 - 08:30 Uhr     zaulick    0

HERMANNSBURG. „Wenn der es nicht kriegt, dann stimmt was nicht“, habe er sich gedacht, als er den Antrag auf Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Dr. Albrecht Schack gestellt habe, berichtet Peter Buttgereit. Das war im Dezember 2015. Gestern wurde der Orden von Landrat Klaus Wiswe an den gerade 85 Jahre alt gewordenen Hermannsburger überreicht. Neben dem Bundespräsidenten und etlichen anderen Personen und Gremien, ist auch Wiswe der Meinung, dass Albrecht Schack sich „um das gedeihliche Zusammenleben der Menschen vor Ort und darüber hinaus mit seinem einzigartigen Engagement verdient gemacht“ habe. Die langjährige, selbständige Leistung zeige großen persönlichen Einsatz unter Zurückstellung eigener Belange und …offenbare ein außergewöhnliches Maß an Gemeinsinn.

In den zahlreichen Gruß- und Dankesworten machten gestern im ev. Bildungszentrum Hermannsburg (EBH) Freunde, Weggefährten und Vertreter von Institutionen deutlich, dass es vor allem die persönliche Art des Geehrten sei, die viele Menschen beeindrucke. „Die Suche nach einem Lebensglück, wie es in der heutigen Zeit gang und gebe ist, hat Sie und Ihre Frau nie interessiert. Sie haben Ihre eigene, manchmal unbequeme Berufung entdeckt und angenommen“, sagte Henning Uzar, einer der Geschäftsführer des EBH, in dessen Vorgängereinrichtung, der ev. Heimvolkshochschule, Albrecht Schack als pädagogischer Mitarbeiter sein Berufsleben verbracht und gleichzeitig seine Berufung entdeckt hat. „Ich konnte nicht junge Menschen davon überzeugen, Verantwortung zu übernehmen, wenn ich es nicht selbst mache“, so der Dipl-Volkswirt und promovierte Politologe, der zudem auch Soziologie, Jura und Genossenschaftswesen als Studienfächer belegt hat.

Insofern seien seine ehrenamtlichen Tätigkeiten „demokratische Basiserfahrungen“ und gleichzeitig berufliche Fortbildungen gewesen. In diesem Sinne „fortgebildet“ hat sich Albrecht Schack über Jahrzehnte auf politischem, karitativem und kirchlichem Gebiet.

38 Jahre war er als SPD-Mitglied im Hermannsburger Gemeinderat tätig, einige Jahre lang als Fraktionsvorsitzender, darüber hinaus hatte er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters inne. Den Krankenpflegeverein Hermannsburg führte der Geehrte sieben Jahre lang als erster Vorsitzender durch schwierige Zeiten. Neben seinem kirchlichen Engagement in der St. Peter-Paul-Gemeinde, lag Albrecht Schack die Bewahrung der Schöpfung am Herzen. Er war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Südheide, die gegen ein damals bei Lutterloh geplantes atomares Endlager protestierte, bis heute vor den Gefahren der Atomenergie warnt und sich in verschiedenen sozialen und Umweltaktivitäten engagiert. Vorsitz im Schulelternrat der örtlichen Grundschule und des Gymnasiums, Mitgliedschaft in der Vertreterversammlung der Volksbank Südheide und die Organisation bzw. die eigene Gestaltung von literarischen Veranstaltungen im Ludwig-Harms Haus waren weitere Tätigkeitsfelder.

Ganz besonders am Herzen liegt dem Hermannsburger die christlich-jüdische Verständigung. 21 Mal hat er den bundesweiten Holocaust-Gedenktag in Hermannsburg mit Leben erfüllt und dazu Themenabende vor Ort organisiert. Als Mitglied des Leitungsteams im Freundeskreis „Christen und Juden“ gestaltete er Ausstellungen und Vorträge, gemeinsam mit dem Missionswerk und der ev. luth. Peter-Paul-Gemeinde.

Völkerverständigung: Auch auf diesem Gebiet war der 1945 aus Ostpreußen Geflüchtete tätig. Mit dem Hermannsburger ökumenischen Arbeitskreis sorgte er für Hilfstransporte ins russische Kaliningrad über 17 Jahre hinweg und trug auch dazu bei, dass sich ein Austausch zwischen dortigen und hiesigen Schulen entwickelte.

„Es ist mir eine Ehre, dass wir Menschen wie Sie in unserer Gemeinde haben. Bleiben Sie kritisch und konstruktiv“, sagte Axel Flader, Bürgermeister der Gemeinde Südheide nach der Aufzählung der Tätigkeitsfelder des Geehrten.

Albrecht Schack bedankte sich bei allen, die ihn in seinen Ehrenämtern begleitet und ihm Verantwortung überlassen hatten, bei seinem ehemaligen Arbeitgeber und bei seiner Familie. „Eine solche Auszeichnung müssten eigentlich zwei Personen bekommen – es ist immer auch ein Gemeinschaftswerk“, hatte Landrat Klaus Wiswe im Hinblick auf die moralische und praktische Unterstützung durch Ehefrau Sigrid Schack bereits betont. Kinder und Enkelkinder hatten die Feier musikalisch gestaltet.

Das Zusammenwirken mit Gleichgesinnten machte der Geehrte dann anhand eines mitgebrachten Stückes Netz deutlich: „Ich war ein Knoten in einem Netzwerk – nicht in einem digitalen, sondern in einem ganz realen“, meinte er. Und nicht zuletzt sei da auch die Verbindung „nach oben“, die zu der Auszeichnung beigetragen hätte. „Meine Begabungen sind mir von Gott geschenkt“, ist Albrecht Schack überzeugt.

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