HANNOVER. Dienstleistungsunternehmen erwirtschaften rund zwei Drittel der niedersächsischen Bruttowertschöpfung und beschäftigen nahezu drei Viertel aller Erwerbstätigen im Land. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Dienstleistungsreport der IHK Niedersachsen (IHKN_DienstlistungsReport2018). Er zeigt außerdem, dass der niedersächsische Dienstleistungssektor in den vergangenen zehn Jahren ein stetiges Wachstum habe verzeichnen können. „Die Dienstleister haben sich als überaus krisenresistent erwiesen. Durch ihre Vielfältigkeit und ihr breit gefächertes Kundenspektrum haben sie selbst die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 und 2009 sehr gut überstanden“, betont Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHKN. Bemerkenswert sei außerdem, dass aus dieser positiven Entwicklung bei den Dienstleistern keineswegs ein Trend zur „Deindustrialisierung“ abgeleitet werden könne.

Viele Dienstleistungsunternehmen profitieren laut IHKN gegenwärtig von der hervorragenden Entwicklung des produzierenden Gewerbes. Damit die Dienstleister im Zuge des demografischen Wandels eine Chance im Wettbewerb um die besten Köpfe – bei Fach- und Führungskräften, aber auch bei den Auszubildenden – haben, müssten sie nicht nur attraktive Berufsbilder, sondern auch konkurrenzfähige Verdienstmöglichkeiten bieten. Allerdings lägen die durchschnittlichen Bruttolöhne und –gehälter im Dienstleistungsbereich mit knapp 30.000 Euro deutlich unter dem Niveau des produzierenden Gewerbes, in dem im Schnitt knapp 41.700 Euro verdient werden können. Der Dienstleistungsreport der IHK Niedersachsen zeigt aber auch, dass das durchschnittliche Einkommen bei den wirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen sowohl bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern als auch im Bereich Information und Kommunikation über dem des produzierenden Gewerbes liege.

„Die Dienstleistungswirtschaft braucht faire, regulierungsarme und unbürokratische Rahmenbedingungen, um die sich aus der Digitalisierung ergebenden Chancen nutzen zu können“, so Dr. Horst Schrage. Dafür müsse aber auch das Umfeld stimmen. So sei ein flächendeckender Ausbau einer hochleistungsfähigen digitalen Infrastruktur ebenso wichtig wie ein spürbarer Abbau von Bürokratielasten.

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