HANNOVER. Den unter der Federführung des niedersächsischen Verkehrsministeriums geplanten Modellversuch zu Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen in niedersächsischen Städten und Gemeinden sieht die IHK Niedersachsen (IHKN) mit Skepsis. „Einzelne Maßnahmen, die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an sensiblen Orten wie Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäusern dienen, unterstützt die Wirtschaft selbstverständlich“, sagt Dr. Susanne Schmitt, Hauptgeschäftsführerin der IHKN. „Der geplante Modellversuch darf aber nicht dazu führen, die Erreichbarkeit der beteiligten niedersächsischen Kommunen zu verschlechtern.“

Dies würde die regionalen Unternehmen hart treffen, beispielsweise die Händlerschaft, die heute bereits in einem harten Wettbewerb mit dem zunehmenden Online-Handel stehen. Aber auch alle, die Tag für Tag die Hauptverkehrsstraßen nutzen, um ihre Kunden zu erreichen – vom Dienstleister über den produzierenden Gewerbebetrieb bis hin zu Taxi- und Transportunternehmen sind betroffen. Innenstädte und Ortszentren müssten für den motorisierten Individualverkehr aus dem ländlich geprägten Umland zugänglich bleiben. Es müsse daher schnellstens Klarheit herrschen, wo Modellversuche geplant seien und wie die Unternehmen vor Ort eingebunden werden sollen, so Schmitt weiter. Dort, wo man in Abstimmung mit der betroffenen Wirtschaft einen Modellversuch starte, müsste dieser individuell und ergebnisoffen erfolgen und auf die jeweiligen Ziele hin evaluierbar sein.

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