HANNOVER. Im Rahmen des 3. Niedersächsischen  Stahldialogs, zu dem Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann am heutigen Montag eingeladen hatte, machte Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen (IHKN), deutlich, dass es für die niedersächsische Wirtschaft angesichts der weiterhin unklaren Handelspolitik insbesondere der USA unverzichtbar sei, gemeinsam mit der Politik die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Zwar ist das Stahlgeschäft für den niedersächsischen Außenhandel eher klein, aber bei einer Abschottung der USA würden große Stahlproduzenten wie China und Korea auf den europäischen Markt drängen und unsere Stahlhersteller angreifen“ so Schrage. Hierdurch wären mittelbar weite Teile der Industrie in Niedersachsen betroffen und die Wertschöpfungsketten in wichtigen Branchen aufgebrochen.

Nahezu jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie hängt laut IHK vom Export ab. Es ist deshalb aus Sicht der IHK Niedersachsen besonders wichtig, bei wachsendem internationalem Wettbewerb die Industrie in Niedersachsen zu stärken. Hierfür seien insbesondere attraktive Standortfaktoren wichtig. Mit dem Masterplan Digitalisierung sei ein erster Ansatz erreicht, aber über die Ertüchtigung der digitalen Infrastruktur hinaus bedürfe es weiterer Anstrengungen im Bereich der Forschung und Entwicklung sowie der Unterstützung der Unternehmen in ihren digitalen Transformationsprozessen.

„Mit der Landesregierung sollten wir vor allem daran arbeiten, Aus- und Weiterbildung voranzubringen. Zum einen um den Fachkräftemangel als aktuell größtes Problem unserer Unternehmen zu entschärfen und zum anderen, um die Herausforderungen der rasant zunehmenden Digitalisierung in allen Wirtschaftsbereichen anzunehmen. Es müssen deshalb die Ausstattungen in den Berufsschulen modernisiert, die Weiterbildung der Lehrkräfte forciert und die Technologieberatungsförderung des Landes ausgebaut werden“, fasste Schrage die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs zusammen.

Zur gezielten Stärkung der Industrie befürwortet die IHK Niedersachsen alle Bestrebungen auf europäischer Ebene, zunächst eine weitgehende Zollfreiheit für Industriegüter zwischen den USA und der EU zu erreichen und dann Schritt für Schritt weitere Sektoren zu verhandeln, denn „ wir brauchen jetzt schnell einen ersten Erfolg in den Handelsgesprächen mit den Amerikanern“, so Schrage abschließend.

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