CELLE. Ein Vortrag zum Thema „Ihr Schicksal ist es, zusammen zu leben.  Zur rechtlichen Lage der palästinensischen Bevölkerung in Jerusalem“ findet am Freitag, den 9. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der Concordia-Gemeinde, Hannoversche Str. 51, statt. Referentin ist Anica Heinlein.

Der Nahostkonflikt und Jerusalem nehmen nach wie vor viel Platz in der deutschen Auslandsberichterstattung ein. Doch wie detailgenau ist diese Berichterstattung, und wie gut erklärt sie uns, wieso Jerusalem nach Jahrzehnten des Konflikts nicht zur Ruhe kommt, sondern vielmehr im Gegenteil immer wieder mit neuen Eskalationen in die Schlagzeilen gerät?

Um die Lage vor Ort besser verstehen zu können, ist es notwendig, die rechtliche Situation der ca. 300.000 Palästinenser zu betrachten, die seit 1967 unter israelischer Besatzung in der Stadt leben. Der komplizierte rechtliche Status der palästinensischen Bevölkerung Jerusalems ist kaum Gegenstand internationaler Berichterstattung, und doch führt dieser für sie zu einem Überlebenskampf in vielerlei Hinsicht.

Die kulturelle und religiöse Identität von Palästinensern ist seit Jahren eklatant bedroht, Menschrechte und Internationales Recht werden auf täglicher Basis verletzt. Neben seit Jahren warnenden Stimmen von lokalen israelischen und palästinensischen Menschenrechtsorganisationen und Ortskirchen haben dies nun auch verschiedene UN- und EU-Institutionen offiziell bestätigt.

Nur internationales Recht kann als Maßstab in einem Konflikt als Orientierung und Maxime dienen, in dem jeder seine eigene Narration der Verhältnisse hoch hält. Denn die Realität vor Ort ist nicht veränderbar, wie auch Michel Sabbah, emiritierter Patriarch von Jerusalem, hierzu festgestellt hat: „Gott hat Juden, Christen und Muslime im Heiligen Land zusammengebracht. Keine menschliche Kraft kann dies ändern – ihr Schicksal ist es, zusammenzuleben.“

Anica Heinlein besucht seit 1998 Israel und Palästina regelmäßig. Von April 2010 bis Mai 2014 war sie Beraterin für Advocacy- und Lobbyarbeit bei der Society of St. Yves, der katholischen Menschenrechtsorganisation im Heiligen Land. Als Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes baute sie im Auftrag der AGEH die Öffentlichkeitsabteilung der Organisation auf. Seit 2015 ist sie Mitglied der Nahostkommission von pax christi.

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