CELLE. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bei der Bundestagswahl am 24. September ihre Stimme für mehr soziale Gerechtigkeit, eine verlässliche Rente, mehr Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie mehr Fairness auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. „Bundesweit fehlt es an bezahlbaren Wohnungen. Im öffentlichen Dienst wurden jahrzehntelang massiv Stellen abgebaut. Uns fehlen Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten, Fachkräfte für Kindertagesstätten und Krankenhäuser“, sagte DGB Regionsgeschäftsführer Dr. Matthias Richter-Steinke.

Unter dem Motto „Jetzt gerecht!“ haben die DGB-Gewerkschaften ihre Anforderungen an die politischen Parteien zur Wahl formuliert. Im Vordergrund stehen die Stabilisierung der gesetzlichen Rente und eine Stärkung der Tarifbindung. „Tarifverträge bedeuten mehr Lohn, bessere Arbeitszeiten, mehr Urlaub und mehr Sicherheit. Aber immer weniger Menschen stehen unter dem Schutz von Tarifverträgen. Die Politik muss der Tarifpartnerschaft den Rücken stärken“, sagte Richter-Steinke.

Die DGB-Gewerkschaften fordern, die „laufende Ausbreitung prekärer Jobs“ zu stoppen – von unbegründeten Befristungen über Leiharbeit und Minijobs bis hin zu Stundenverträgen, von denen kein Mensch leben kann. „Minijobs werden oft zum Tricksen bei Lohn und Arbeitnehmerrechten missbraucht und werfen kaum etwas für die spätere Rente ab. Allein in Celle leben 9.634 Menschen ausschließlich von Minijobs, vor allem Frauen. Viele Arbeitgeber stören die oft prekären Folgen der Minijobs nicht – sie haben ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut. Wir aber wollen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt: Löhne müssen für ein gutes Leben und soziale Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und für das Alter reichen. Wir fordern die Parteien auf, sich für gute Arbeit einzusetzen“, so Richter-Steinke.

 

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.