Impfzentrum ohne Impfstoff

Gesellschaft Von Anke Schlicht | am Mo., 28.12.2020 - 20:15

CELLE. Die Räumlichkeiten mitsamt der notwendigen Ausstattung und das Personal sind vorhanden, doch das Wichtigste im Impfzentrum gegen eine Corona-Infektion fehlt, um durchstarten zu können. „Derzeit haben wir noch keine Informationen, wann wir Impfstoff vom Land bekommen“, teilt Landkreissprecher, Tore Harmening, auf Nachfrage am Montag mit.

Laut Bundesgesundheitsministerium liefert der Hersteller Biontech den Impfstoff an die Länder, die Menge richtet sich nach dem Bevölkerungsanteil. Danach liege es in der Hand der Länder, den Impfstoff an ihre regionalen Zentren zu verteilen. In Celle ist dieses in der großen Halle der CD-Kaserne untergebracht und der Verantwortung des Landkreises unterstellt. Ausführende sind die Celler Hilfsorganisationen unter Federführung des Deutschen Roten Kreuzes. Eine große Herausforderung stellte die Rekrutierung des Personals dar. Die Aufgabe ist nach Aussage des Landkreissprechers gelöst: „Eine ausreichende Zahl von Medizinern und sonstigem Personal ist vorhanden“, sagt Harmening. Das Bundesgesundheitsministerium gibt vor: Die Impfaufklärung ist zwingend von Ärzten vorzunehmen. Die Impfung selbst, die kostenlos ist, kann an medizinisches Assistenzpersonal delegiert werden, Verwaltungshelfer komplettieren die Teams auf den derzeit zwei Impfstraßen mit je vier Impfkabinen in der CD-Kaserne.

Zum Einsatz kommen wird jedoch zunächst aller Wahrscheinlichkeit nach das mobile Team, denn laut Impfverordnung, die mit den Stufen „höchste“, „hohe“ und „mit erhöhter“ Priorität arbeitet, gehört das in Alten- und Pflegeheimen beschäftigte Personal zur höchsten Kategorie sowie die über 80-Jährigen. Die Terminvergabe liegt in den Händen des Landes. In der Impfverordnung wird hierzu ausgeführt: „Die Kassenärztliche Bundesvereinigung entwickelt und betreibt ein standardisiertes Modul zur telefonischen und digitalen Vereinbarung von Terminen in den Impfzentren, das den Ländern zur Organisation der Terminvergabe zur Verfügung gestellt wird. Die bundesweit einheitliche Telefonnummer kann zur Steuerung der Anrufe in die Callcenter, die von den Ländern oder von durch die Länder beauftragten Dritten zur Vereinbarung der Termine betrieben werden, genutzt werden.“

Wie weit die Logistik diesbezüglich in Niedersachsen vorangeschritten ist und wann mit dem Eintreffen des Impfstoffs in Celle zu rechnen ist, ließ das Ministerium für Soziales und Gesundheit in Hannover heute in Form der Beantwortung einer CH-Anfrage noch offen.