"In Celle geht die Post ab" - Volker Schmidt beim "Dämmerschoppen"

CELLE. „In Celle geht die Post ab - da bietet Hannover eher das Kontrastprogramm." Davon ist Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall überzeugt. In seinem Grußwort beim gestrigen so genannten "Dämmerschoppen" der Stadt Celle in den Hallen der Feuerwehr Hauptwache vor rund 130 Gästen aus der Wirtschaft sparte er nicht mit Lob für die Stadt. Einen Dämpfer gab's allerdings vom Hausherren - aber dieses Manko lässt sich ändern.
"Dass die Post abgeht, bekommt man vor Ort vielleicht nicht so mit. Aber wir beobachten von Hannover aus, dass Celle viel tut für Wirtschaftsförderung und Ansiedlung, auf jeden Fall mehr als in den Jahren davor und viel mehr als in anderen niedersächsischen Städten", ist Schmidt überzeugt. Doch viele Celler hätten das noch nicht gemerkt.

"Wir wohnen in Isernhagen. Alle Freunde und Bekannte fahren zum Einkaufen nach Celle. Sie haben kein Problem mit dem Parken und erleben eine saubere Stadt und eine tolle Gastronomie. Auch ich kaufe hier gern, weil ich mich gut aufgehoben fühle", schwärmt Schmidt weiter, und ärgert sich über die Landeshauptstadt. "Nicht alle Städte haben begriffen, dass wir in einen intensiven Standortwettbewerb geraten. Hannover hat weit über die Grenzen hinaus eine Bedeutung und mit der CeBIT ist uns eine Veranstaltung über die Wupper gegangen. Diesen Flurschaden aufzuholen, wird Jahre dauern."

Hannover sei derzeit führungslos und verfehle seinen Anspruch als Vorbildfunktion für das Land. Akzente zur Standortsicherheit würden in Celle gesetzt, der Ladenleerstand sei um 30 % zurückgegangen. "Ich bin oft im Harz. Wenn sie dort durch die Städte gehen, ist es das glatte Gegenteil von Celle", weiß der Geschäftsführer und stellt klar, dass man den Erfolg nicht allein dem Oberbürgermeister oder der Stadtverwaltung verdanke, "sondern den Unternehmen der Stadt. Sie sind es, die Arbeitsplätze schaffen, und darauf können Sie stolz sein. Sie haben die Zeichen erkannt, in Hannover haben Sie das Kontrastprogramm", so Schmidt abschließend.

Zuvor hatte Celles OB Dr. Jörg Nigge die Leistungen des vergangenen Jahres aus seiner Sicht dargestellt. Besonders freute er sich über die Wahl zur "Best Christmas City" und hofft, den Titel erneut verteidigen zu können - auch wenn Probleme in Sachen Rettungswege aufgrund der Marktverlegung bei den Planungen nicht bedacht wurden (eine entsprechende Anfrage von CELLEHEUTE an CTM und Verwaltung konnte seit bald drei Wochen nicht beantwortet werden). 

Bei so viel Lob holte Hausherr und Ortsbrandmeister Bernd Müller die Gäste zurück auf den Boden der Tatsachen. Von den gelobten Unternehmen seien lediglich zwölf Fördermitglieder der Feuerwehr und 49 BürgerInnen insgesamt. Mindestens hier ist Hannover Celle dann doch voraus - mit einer Berufsfeuerwehr.

Fotos: Peter Müller