CELLE. Ein oder mehrere Kinder groß zu ziehen, und dabei noch eine Ausbildung oder Umschulung zu absolvieren, ist ohne die Unterstützung von Familie oder Freunden kaum möglich. Insbesondere für Alleinerziehende ist dies eine große Hürde, so dass hier viel zu häufig kein Berufsabschluss vorhanden ist.

Eine Ausbildung oder Umschulung in Teilzeit kann ein sinnvoller Ansatz sein, Ausbildung und Familienleben unter einen Hut zu bekommen. Sabine Mix, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, bietet am 17.10. um 10.00 Uhr im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit Celle ein Info-Café für alle Frauen und Männer an, die sich über diese Wege in den Beruf informieren möchten. Nach einem kurzen Impulsvortrag über Ablauf und Voraussetzungen der Teilzeitausbildung sowie die regionalen Möglichkeiten und Chancen ist dann Zeit für einen Austausch.

Bei einer Teilzeitausbildung einigen sich Betrieb und Auszubildende/r oder Umschüler/in in der Regel auf eine Arbeitszeit zwischen 20 und 30 Wochenstunden. Dies ermöglicht den Müttern oder auch Vätern, Familienpflichten und Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Der Besuch der Berufsschule erfolgt analog zu Auszubildenden in Vollzeitausbildung. Das Angebot einer betrieblichen Ausbildung in Teilzeit verbessert die Bildungs- und Arbeitschancen entscheidend, gerade in den jungen Jahren werden die Weichen für eine berufliche Zukunft gestellt.

„Die Praxis zeigt, dass ab einem gewissen Alter der Zug häufig abgefahren, eine Ausbildung kaum noch nachzuholen ist. Junge Mütter sollten eine Ausbildung nicht auf die lange Bank schieben“ rät Sabine Mix. Ein Blick in die Arbeitslosenstatistik zeigt, wie wichtig diese Botschaft ist. Nahezu die Hälfte (48 Prozent) der Erwerbslosen hat keine schulische oder betriebliche Ausbildung, während nur 12 Prozent aller im Landkreis Celle Beschäftigten keinen Ausbildungsabschluss haben. Befristete Tätigkeiten oder ungünstige Arbeitsbedingungen seien dabei bei gering Qualifizierten deutlich häufiger anzutreffen, so Sabine Mix weiter. Der Bereich Umschulung ermögliche ebenfalls gute Chancen. Dabei seien dann Zeiten mit Berufserfahrung erforderlich, so die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.

Betriebe, die in Teilzeit ausbilden, profitieren ebenfalls. So kann beispielsweise ein bestehendes Ausbildungsverhältnis, das sonst durch eine Elternzeit unterbrochen oder sogar abgebrochen werden würde, fortgesetzt werden. Die bereits getätigten betrieblichen Investitionen gehen durch die Fortführung in Teilzeit damit nicht verloren. Weiterhin sind die Auszubildenden über einen längeren Zeitraum im Betrieb und damit in der Regel umfassend eingearbeitet und vielfältig einsetzbar. In Zeiten des hohen Fachkräftebedarfes ebenfalls wichtig: Die Betriebsbindung steigt, und Mütter oder Väter, die für sich selbst und ihre Kinder aktiv die Zukunft planen, zeigen hohes Verantwortungsbewusstsein.

„Lassen Sie uns gemeinsam bei einem Kaffee Ihre berufliche Zukunft planen, lassen Sie sich informieren und beraten – ich freue mich auf einen regen Austausch“ sieht Sabine Mix der Veranstaltung entgegen.

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