Infoabend zum Thema "Wenn Flüchtlinge Nachbarn werden"

Von Redaktion | am Mo., 25.01.2016 - 18:22

WINSEN/ALLER. Die Gemeinde Winsen (Aller) lädt ihre Bürgerinnen und Bürger zu einem Infoabend mit dem Thema "Wenn Flüchtlinge Nachbarn werden" ein: am Montag, den 01. Februar 2016, um 20.00 Uhr in der Mensa der Grundschule Winsen.

"Nach wie vor verfolgen wir in unserer Gemeinde das Ziel, die uns zugewiesenen Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Kurz gesagt bedeutet das, dass wir keine Massenunterkünfte schaffen wollen, sondern vielmehr Gebäude nutzen, die in bestehenden Wohnvierteln zur Vermietung angeboten werden. So wollen wir versuchen, dass dem berechtigten Wunsch unser Bürgerinnen und Bürger, dass Gäste in unserem Land sich integrieren sollen, durch ein Leben mit uns in unmittelbarer Nachbarschaft der größtmögliche Erfolg beschieden ist", so Bürgermeister Dirk Oelmann.

Und weiter: "Dies setzt auf beiden Seiten allerdings voraus, dass Toleranz und Unvoreingenommenheit keine leeren Worthülsen sind. Gerade die Ereignisse aus der Silvesternacht u. a. in Köln haben viel Schaden in der bis dahin gut funktionierenden deutschen Willkommenskultur angerichtet, leider auch bei uns in Winsen. Persönliche Anfragen und Zuschriften von Winser Bürgerinnen und Bürger haben mir gezeigt, wie schnell aus Zustimmung Ablehnung wird und wie dünn das Eis ist, unter dem rechtes Gedankengut darauf wartet, an die Oberfläche zu kommen. Der überwiegende Teil der Winser Bevölkerung steht aus meiner Sicht immer noch für Humanität, Hilfsbereitschaft und Toleranz. Doch die zum Teil haarsträubende mediale Berichterstattung der letzten Wochen, die sowohl aus Verharmlosung als auch Übertreibung bestand, hat bei vielen Menschen Zweifel gesät, Unvoreingenommenheit verschwinden lassen und Verunsicherung hervorgerufen."

"Letztendlich vor allem dadurch, dass der Bevölkerung schlichtweg Informationen fehlen oder vorenthalten werden. Oft wird von Bürgerseite der teilweise gerechtfertigte Vorwurf geäußert, dass man sich von den staatlichen Stellen nicht ernst genommen fühlt. Ich möchte, dass das auf Winsen nicht zutrifft und die Bürgerinnen und Bürger sich anhand der uns vorliegenden Zahlen und Statistiken ein eigenes Bild machen können. Zusammen mit Mitarbeitern der Verwaltung, unserer Integrationsbeauftragten und einem Vertreter unserer Polizeistation möchte ich offen mit der Winser Bevölkerung über die derzeitige Situation vor Ort, Probleme, aber auch über Gerüchte und Hörensagen, sprechen. Schon jetzt weise ich aber wie beim letzten Infoabend darauf hin, dass wir in der Gemeinde Winsen nicht die Bundespolitik bestimmen und somit das Gespräch auf die Situation vor Ort beschränken werden. Das hat bei der letzten Informationsveranstaltung im Herbst hervorragend funktioniert und somit bin ich guten Mutes, dass uns das auch dieses Mal gelingt. Wir freuen uns auf einen informativen Austausch mit hoffentlich vielen Gästen", so Oelmann abschließend.