Nordwallhalle: Inga Marks kritisiert Umgang mit Bürgern und Zahlen

Politik Von Extern | am Fr., 12.06.2020 - 17:30

CELLE. „Bis heute hat die Verwaltung dem Rat keine aktuellen und alternativen Berechnungen im Umgang mit der Nordwallhalle vorgelegt. Alle Berechnungen obliegen alter Planungen zum Nordwallumbau, die nur bis 2018 ihre Gültigkeit hatten", kritisiert Ratsfrau Inga Marks. Sie übt Kritik an der Verwaltung bzw. deren Umgang mit Bürgern und Zahlen in der jüngsten Ratssitzung:

"Dass Bürgeranfragen unangenehm sein können, bewies nicht nur die letzte Ratssitzung. Zum einen wurde in dieser Sitzung ein Antrag zur Geschäftsordnung von mir ignoriert, in dem ich die Beantwortung aller Bürgeranfragen, da diese von öffentlichem Interesse seien, beantragt habe. Zum anderen musste sich die Verwaltungsspitze von Bürgern anhören, dass ihre Berechnungen zum Verkauf der Nordwallhalle falsch seien und ein Nullsummenspiel entlarvt wurde.

In der letzten Ratssitzung gab die Verwaltung zur Antwort, dass man für das Gelände am Nordwall ohne Halle 247,54 Euro pro Quadratmeter erzielen wolle. Für die 1600 Quadratmeter große Fläche wären dass ca 400.000 Euro. Gleichzeitig fallen für den Abriss für die Stadt 225.000 Euro an. Ein Restbuchwert der Halle wurde mit 250.000 Euro beziffert. Daraus ergibt sich laut Adam Riese ein Minusgeschäft von 75.000 Euro zu Lasten der „schwarzen Null“. Es wird gemunkelt, dass nun die WBG (100% Tochter der Stadt) das Gelände kaufen soll. Sozialen Wohnungsbau und Wohnungsbau für alte Menschen und Menschen mit Behinderung auf einem Grundstück zu realisieren, das in den Lärmprognosen zum Nordwallausbau, als am stärksten betroffen beschrieben wird, ist schändlich. 

Dies alles, obwohl Frau Mc Dowell (Sozialdezernentin) konstatierte, dass sich das Gelände nicht für Wohnungsbau eignet und Herr Kinder (Stadtbaurat) auf Bürgernachfrage bestätigte, dass die Nordwallhalle nicht abgängig sei. Dass OB Dr. Nigge nicht viel an unserer Stadt liegt, außer an seiner 'schwarzen Null', stellt er immer mehr unter Beweis. Er verscherbelt und verschenkt unser Tafelsilber anstatt sich ernsthaft mit der Pflege und dem Erhalt historischer Gebäude und somit um die Geschichte Celles mit seinen BürgerInnen zu kümmern (vgl. § 2 Denkmalschutz und Denkmalpflege als öffentliche Aufgaben (2): Dem Land sowie den Gemeinden, Landkreisen und sonstigen Kommunalverbänden obliegt die besondere Pflicht, die ihnen gehörenden und die von ihnen genutzten Kulturdenkmale zu pflegen und sie im Rahmen des Möglichen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen).

Ein Verdacht im Umgang mit städtischem Eigentum macht sich breit, frei nach dem Motto Investoren pudern, städtisches Eigentum verludern. Investoren werden in Celle gepudert und der kleine Häuslebauer darf zahlen (vgl. qm Preise Baugebiet „Im Tale“ Groß Hehlen - Familien und Los 3 Allerinsel - Investoren). Corona kam da der Verwaltungsspitze und den Gefolgsamen gerade recht, um im Verborgenen Beschlussvorlagen durchzuwinken, die einer öffentlichen Diskussion bedürfen. Es geht um städtisches Eigentum und die Bürger dieser Stadt möchten dazu beteiligt werden“.