In Celle laufen die Fäden zusammen – Boris Pistorius besucht Corona-Kompetenzzentrum

Politik Von Anke Schlicht | am Mi., 29.04.2020 - 20:33

CELLE. „Das System funktioniert“, ist eine der neutraleren Beschreibungen, die der niedersächsische Innenminister, Boris Pistorius, anlässlich seines Besuches am Mittwoch in Celle verwendet. Vertraut man seinen Worten im Anschluss an seinen Rundgang und der Teilnahme an der täglichen Corona-Lagebesprechung, kann im Handling der Covid-19-Situation zumindest in Niedersachsen kaum etwas schiefgehen. Er ist voll des Lobes für die Arbeit, die er in der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) zum ersten Mal nach dem Umzug aus der Landeshauptstadt persönlich in Augenschein genommen hat.

Corona ist eine Großschadenslage und dementsprechend wird das Kompetenzzentrum Großschadenslagen (KomZ) aktiv. Bis Ostern agierte es im Ministerium für Inneres und Sport in Hannover. Am 11. April wurde es nach Celle in die NABK verlegt. „Das ist großartig, was hier geleistet wird, es läuft“, sagt Pistorius. Die Arbeit in Hannover könne nur so gut sein, wie die Faktengrundlage es hergebe. Und diese Basis für das Krisenmanagement des Ministeriums wird im Celler Kompetenzzentrum geschaffen. An dieser Stelle erfolgen die zentrale Steuerung, Information und Koordination von Hilfsmaßnahmen. Wichtige Partner sind die örtlichen Gesundheitsämter und Katastrophenschutzbehörden. Amtshilfeersuchen werden koordiniert und logistisch umgesetzt, Schutzausrüstungen und -materialien werden beschafft, verwaltet und disponiert, Hotlines geschaltet, Bettenkapazitäten in Krankenhäusern, Reha-Kliniken und provisorisch eingerichteten Ersatzhospitälern werden erfasst, die Daten aufbereitet.

Ausführende Organe sind u.a. der Stab sowie die Interdisziplinäre Steuerungszentale (ISZ). „Corona stellt große Herausforderungen, und hier läuft alles zusammen. Die Kollegen und Kolleginnen aus den verschiedenen Ressorts arbeiten gut miteinander“, lobt der oberste Dienstherr Pistorius und meint damit die Organisationen, die hier gemeinsam agieren. Das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, Feuerwehren sowie die NABK selbst sind beispielsweise vertreten und werden durch sogenannte Verbindungspersonen repräsentiert. „Tagesaktuell werden die Ergebnisse der Erfassung von Bettenkapazitäten dem Stab und damit der Landesregierung zur Verfügung gestellt“, erläutert Ralf Welschhoff einen Baustein seiner Tätigkeit. Er versieht seinen Dienst üblicherweise beim DRK-Kreisverband Celle als Angehöriger des Rettungswesens. Vor zehn Tagen wurde er ins Kompetenzzentrum Großschadenslagen berufen und arbeitet hier nun gemeinsam mit einem weiteren DRK-Kollegen in der Interdisziplinären Steuerungszentrale.

„Wie gut ist Niedersachsen hinsichtlich der Bettenkapazitäten aufgestellt?“, wird der Innenminister im Nachgang seines Rundgangs gefragt. „Wir sind hier auf einem sicheren Weg, derzeit sind nur 30 Prozent ausgelastet“, antwortet er. Insgesamt seien die Kapazitäten, die für die Großschadenslage zur Verfügung stünden, nicht voll ausgeschöpft.

Sein Fazit der bisherigen Krisenbewältigung auf Niedersachsenebe fällt durchweg positiv aus: „Wir stehen sehr gut da“, lässt jedoch auch die nötige Distanz zur eigenen Arbeit erkennen: „Alles funktioniert reibungs-, aber nicht fehlerlos.“