Architektonisch innovative Planung für Village-Nachbargrundstück

Politik Von Anke Schlicht | am Mi., 06.10.2021 - 16:00

CELLE. Ein Strohballenhaus wird – vorausgesetzt es findet sich ein Investor – der neue Nachbar des Village. Für das kleine Grundstück an der Bergstraße 25 geht das Rathaus städtebaulich neue Wege. Das Büro e3architekten aus Hannover stellte in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen seinen Entwurf für das Areal hinter „Wandliebe“ vor.

Fünf barrierefreie Wohnungen zwischen 60 und 130 Quadratmetern mit anderthalb bis sechs Zimmern sowie eine Gewerbeeinheit sind geplant. Die Holzrahmenbauweise wird ergänzt um Strohballen, das Skelett besteht aus Stahl. „Es wird ein anspruchsvolles ökologisches Objekt“, sagte Dipl.-Ing. Jens Olaf Walter, „Strohballenbau ist sehr alt, aber wenig bekannt. In Norddeutschland gibt es ein Gebäude dieser Art, insgesamt in Deutschland nur sehr wenige, aber europaweit findet man einige.“ Die Pläne für die Bergstraße sind ein Pilotprojekt mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Euro, das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert wird.

„Wir haben uns bemüht, die Proportionen der Altstadt aufzunehmen“, erläuterte Walter. Auf ein Sockelgeschoss werden drei Häuser mit Solaranlagen versehenen Satteldächern aufgesetzt, dazwischen werden begrünte Zonen angelegt, die als Terrassen nutzbar sein werden. „Die Anbringung von Photovoltaik haben wir mit dem Denkmalschutz abgestimmt“, berichtete der Vertreter von e3architekten, die die Idee der Strohballenbauweise aufgegriffen und weiterentwickelt haben zu industrieller Fertigung.

Die Bauanträge wurden gestellt, parallel sucht die Stadt nach Investoren. Ob die „nachbarschaftlichen Belange“, die Jens Olaf Walter in seiner Präsentation kurz erwähnte, bereits alle geklärt sind, ist nicht sicher. Es befand sich eine Nachbarin der Bergstraße 25 unter den Zuschauern, ihre Fragen wurden mit Verweis der Verwaltung auf laufende Verfahren nicht beantwortet.