NIENHAGEN. Ein buntes Stimmengewirr herrscht im Foyer des Hagensaals, es ist kurz vor der Pause. Hatti Kizilyel baut mit seinem Team gerade die Platten für das gemeinsame Mittagsmahl auf. Die Projektleiterin Ingrid Mumm von der Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V. , sowie Ulrich Mennecke, Leiter der Celler Aidshilfe, und Nienhagens Bürgermeister Jörg Makel freuen sich über den großen Zuspruch von etwas über 80 Personen, die der Einladung zum interkulturellen Familiengesundheitstag gefolgt sind.

Ziel dieses Tages ist es, die überwiegend jungen Männer und Frauen mit dem deutschen Gesundheitssystem vertraut zu machen. So ging es im ersten Teil vorrangig darum, die Teilnehmer, die aus dem afghanischen, iranischen, syrischen, kurdischen und afrikanischen Bereich stammen und denen der mitteleuropäische Kulturkreis noch ziemlich fremd ist, mit gängigen Abläufen und Inhalten auf gesundheitlicher Ebene vertraut zu machen. Es wurden Fragen erörtert wie zum Beispiel, wann gehe ich zum Arzt, welcher Arzt ist für was zuständig und wo finde ich welche Hilfe, was ist bei der Zahnpflege zu tun, welche Prophylaxe ist bei Kindern erforderlich, wo finde ich eine Hebamme und vieles andere mehr. Die Organisatoren freuten sich über die Unterstützung von Hebamme Cathrin Meinecke-Büchler, die den jungen schwangeren Frauen beratend zur Seite stand.

Für Gonca Kaftan, Integrationsbeauftrage aus Nienhagen, deren Initiative die Durchführung in Nienhagen zu verdanken ist, war es Ziel, vor allem die jungen Männer anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren. So wurden auch getrennte, geschützte Räume für Männer und Frauen geschaffen, um offene Gespräche von Frau zu Frau bzw. von Mann zu Mann führen zu können.

Für die Jugendlichen hatte der örtliche Jugendpfleger ein Programm für den Tag vorbereitet und die kleineren Kinder wurden von Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte betreut, so dass sich die jungen Eltern ganz der Informationsveranstaltung widmen konnten. Neben dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und der Gemeinde Nienhagen haben mehrere örtliche Sponsoren zum Erfolg des Tages beigetragen. Ingrid Mumm hatte ihre Idee im Jahr 2016 erstmals in die Tat umgesetzt und die Veranstaltung in Nienhagen war bereits die sechste dieser Art in Niederachsen.

Text: Monika Wille

 

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