Unter diesem Stichwort hatten die Celler SPD-Frauen verschiedene Diskutanten ins Stadtpalais nach Celle eingeladen. Gemeinsam stellten die TeilnehmerInnen Daniela Behrens, medienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Tobias Oehler, Vorsitzender des Kreiselternrates, Tansu Karak, Schülerin und Peter Leppelt von der Datenschutzfirma praemandatum mit Moderatorin Annette von Pogrell den Aspekt Medienkompetenz in den Mittelpunkt.

Zuvor wurde in einem Ausschnitt aus dem ZDF- Filmbeitrag „Der gläserne Bürger“ deutlich gemacht, in welchem Umfang der moderne Mensch vernetzt ist und seine Daten von interessierten Firmen gesammelt und zusammengestellt werden können. Obwohl viele der Anwesenden sich dieser Tatsache ohnehin bewusst waren, erstaunte doch das Ausmaß der technischen Möglichkeiten.

„Das Netz vergisst nicht,“ stellte Leppelt anhand verschiedener Beispiele klar.“ Es gibt heute keine Möglichkeit im Nachhinein mit einer Art „digitalen Radiergummi“ Informationen aus dem Netz zu löschen. Was kopiert werden kann, bleibt auch.“ Behrens betätigte dies:“ Wer sich in sozialen Netzwerken bewegt und dort Informationen über sich gibt, muss damit rechnen, dass diese Informationen allgemein zugänglich sind und bleiben. Politik kann allerdings auch Einfluss nehmen. Die SPD setzt sich deshalb dafür ein, das Fach Medienkompetenz an Schulen einzurichten. Dort können wir die Kinder und Jugendlichen direkt erreichen und ihnen nicht nur die Gefahren aufzeigen, sondern ihnen auch deutlich machen, wie man mit den vielen neuen Möglichkeiten umgehen sollte.“ Dazu erhielt von Pogrell klare Aussagen von Karak. Ihrer Meinung nach gingen viele Jugendliche derzeit recht unkritisch mit sozialen Netzwerken um. Man habe nicht das Gefühl Informationen an die halbe Welt preiszugeben, wenn man auf seinem in Netzwerken Persönliches darstelle. Oehler machte denn auch sehr deutlich, dass er die Schwierigkeit darin sehe, dass Eltern und Lehrer Kompetenz in einem Bereich vermitteln sollten, den sie selber oft nicht erlernt hätten.

„Das überfordert nicht nur viele Eltern, es ist leider auch festzustellen, dass es viele Erwachsene gibt, die dieses Thema ganz ausblenden.“ Schützenhilfe erhielten die Diskutanten durch zwei anwesende Vertreter der Polizei. So unterstützte Herr Hennecke vom Jugendkommissariat Celle die Forderung, sich der eigenen Verantwortung in diesem Bereich stärker zu stellen und sich zu informieren. Einig waren sich jedoch alle, dass bei trotz aller Kritik das internet eine Fülle von Möglichkeiten bietet, die die Gesellschaft und den Einzelnen bereichern können. „Es ist wie bei allen Werkzeugen, man muss damit umgehen können,“ schloss Oehler im Einvernehmen mit den anderen Diskutanten.

Wie stark das Thema mit seinen unterschiedlichen Aspekten die Anwesenden beschäftigt, zeigte sich bei den lebhaften Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum. „Sehr informativ und interessant, wer heute nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst,“ zog Besucherin Rosi Siemsglüß das Fazit.

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