Interview mit Helfried H. Pohndorf: "Im Schul- und Kitabereich gut aufgestellt zu sein ist unser Ziel"

Politik Von Susanne Zaulick | am Mi., 27.01.2021 - 16:00

LANDKREIS CELLE. In diesem Jahr findet der Januar ohne Neujahrsempfänge statt. Anstelle der sonst in vielen Gemeinden üblichen Rück- und Vorausschau zum Jahresanfang haben wir die Bürgermeister im Landkreis Celle gebeten, für CELLEHEUTE zu berichten, wie die Stimmung vor Ort ist, welche Themen die Politik auf der Agenda hat und was für das kommende Jahr geplant ist. Heute beantwortet der Bürgermeister der Samtgemeinde Flotwedel, Helfried H. Pohndorf, unsere Fragen zur Situation in seiner Gemeinde.

Herr Pohndorf, wie ist die Stimmung im Flotwedel?

Nun ja, eine sehr subtile Frage, da ich überwiegend – wie alle anderen auch – meine Kenntnisse größtenteils aus Kollegengesprächen, Videokonferenzen oder über den Gartenzaun erfahre. Ich glaube da geht seit einem Jahr die Angst um. Noch ist das Verständnis groß und die Reaktionen sind im Großen und Ganzen vernünftig. Ich merke jedoch, dass die Disziplin dann ins Wanken gerät, wenn man meint, an der frischen Luft wird schon nix passieren, an Feiertagen muss doch die Familie zusammen kommen oder zu bestimmten Feiern können doch ein bis zwei andere hinzukommen. Da wird meines Erachtens häufig vergessen, dass die Fachleute Höchstzahlen für Gruppen nennen – die muss man nicht erreichen, man kann.

Was überwiegt angesichts der coronabedingten Einschränkungen: Frust darüber, dass vieles nicht stattfinden kann oder Aufatmen, dass Dinge abgearbeitet werden können, für die man jetzt endlich mal Zeit findet? 

Es ist ein Irrglaube, wenn angenommen wird, man habe weniger zu tun, nur weil das Rathaus geschlossen ist. Es werden viel mehr Auskünfte per Telefonat erbeten, Termine müssen koordiniert werden, Gespräche müssen häufiger geführt werden und im kommunalen Geschäft ist das Einholen von Beschlüssen ungleich holpriger als wenn man  - wie zuvor mit Sitzungen Themen ausdiskutieren kann.

Wie kompensieren Sie die fehlenden Gespräche und Begegnungen mit Bürgern? 

Nunja, es erreichen einen, wie gesagt doch viele Telefonate, direkte Gespräche sind mit Abstand ja auch noch möglich, doch gerade ältere Menschen scheuen – verständlicherweise – den Weg ins Rathaus.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Jahr für ihre Samtgemeinde?

Das letzte und das laufende Jahr kann man nicht mit den vorvergangenen Jahren messen. Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner aber auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist vor allem erstmal wichtig, von diesem Virus verschont zu bleiben und wer will – in naher Zukunft die Möglichkeit des geimpft Werdens zu erhalten. Die anstehenden kommunalpolitischen Themen versuche ich mit den Gremien voran zu treiben. Das bleiben und sind in erster Linie Themen der Samtgemeinde im Schul- und KiTabereich. Dass wir dort weiterhin gut aufgestellt sind , muss unser Ziel sein. Das geht einher mit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Schulleitungen und den Trägern der KiTas.

Welches Thema hätten Sie in diesem Jahr lieber nicht auf der Tagesordnung und warum?

Dies Frage verstehe ich nicht, es kommt doch nicht darauf an, was ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin abarbeiten möchte. Da würde man/frau schnell von der Wirklichkeit eingeholt werden. Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen - das haben Sie als Kind bestimmt auch häufig gehört.

Was ist aus Ihrer Sicht gut gelaufen 2020 im Flotwedel?

Ab März 2020 befinden wir uns ja im Virusmodus. Mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, meinen Abgeordneten und auch den allermeisten Bürgerinnen und Bürgern haben wir in dieser Zeit gut bis sehr gut zusammen gearbeitet. Einiges geschah anfänglich natürlich ein wenig holprig, aber mit der Zeit klappte das immer besser.

Wo sehen Sie noch größeren Handlungsbedarf und was können Sie als Bürgermeister tun, damit es hier vorangeht?

Wir sind dabei, mit unseren Partnern in der Leaderregion Aller-Fuhse-Aue noch weitere Projekte zur Attraktivitätssteigerung unserer Region anzuschieben, die Hochwasserpartnerschaften sind auf einem guten Weg und mittelfristig sollten wir ins im KiTabereich neu aufstellen.

Ihr wichtigster Vorsatz für 2021?

Na was wohl? In erster Linie : Gesund bleiben! …. und das Rathaus so vorzubereiten, dass es meine Nachfolgerin oder Nachfolger ohne große Einarbeitungszeit übernehmen kann.

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