Interview mit Wolfgang Grube: "Ländlicher Raum bietet auch jetzt Lebensqualität"

Politik Von Susanne Zaulick | am Di., 02.02.2021 - 15:00

LANDKREIS CELLE. In diesem Jahr finden die ersten Wochen des Jahres ohne Neujahrsempfänge statt. Anstelle der sonst in vielen Gemeinden üblichen Rück- und Vorausschau zum Jahresanfang haben wir die Bürgermeister im Landkreis Celle gebeten, für CELLEHEUTE zu berichten, wie die Stimmung vor Ort ist, welche Themen die Politik auf der Agenda hat und was für das kommende Jahr geplant ist. Heute beantwortet Wolfgang Grube, Bürgermeister der Samtgemeinde Wahtlingen, unsere Fragen zur Situation vor Ort.

Herr Grube, wie ist die Stimmung in Ihrer Samtgemeinde?

In der Samtgemeinde Wathlingen ist die Stimmung gut, denn der ländliche Raum – auch bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit – bietet eine gewisse Lebensqualität.

Was überwiegt angesichts der coronabedingten Einschränkungen: Frust darüber, dass vieles nicht stattfinden kann oder Aufatmen, dass Dinge abgearbeitet werden können, für die man jetzt endlich mal Zeit findet? 

Beides ist zutreffend. Zum einen fehlen uns für das gesellschaftliche Zusammenleben doch die Kontakte und zum Anderen das nicht stattfindende vielfältige Vereinsleben mit den geselligen Veranstaltungen. Die Einschränkungen der Möglichkeiten bieten auch die Chance des Innehaltens und die einzelnen Standpunkte zu überprüfen und Entwicklungsprojekte zu planen.

Wie kompensieren Sie die fehlenden Gespräche und Begegnungen mit Bürgern? 

Mit zunehmender Nutzung der digitalen Medien (Videokonferenzen und Videotelefonie). Wir sind weiterhin erreichbar und ansprechbar. Unser Rathaus in Wathlingen ist mit einer „Zugangskontrolle“ für alle Bürger*innen weiterhin geöffnet.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Jahr für Ihre Samtgemeinde?

Eine rege Wahlbeteiligung bei den umfangreichen Kommunalwahlen. Viele freiwillige Wahlhelfer*innen in den Wahlvorständen. Dass die Impfungen in unserer Bevölkerung zügig durchgeführt werden und die Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie in ökologischen und ökonomischen Bereichen.

Welches Thema hätten Sie in diesem Jahr lieber nicht auf der Tagesordnung und warum?

Die Coronapandemie und die daraus resultierenden Folgen.

Was ist aus Ihrer Sicht gut gelaufen 2020 in der Samtgemeinde Wathlingen?

Die Zusammenarbeit zwischen dem Samtgemeinderat, den Mitgliedsgemeinden Adelheidsdorf, Nienhagen, Wathlingen und der Verwaltung. Aber auch die Ergebnisse unserer Nachhaltigkeitsstrategie als Modellkommune für Niedersachsen und die Zusage, weiterhin als Modellkommune wirken zu dürfen.

Wo sehen Sie noch größeren Handlungsbedarf und was können Sie als Bürgermeister tun, damit es hier vorangeht?

Die Nachhaltigkeitsstrategie weiter entwickeln und unsere Bürger*innen mitnehmen auf dem Weg des nachhaltigen Handeln; auch im privaten Umfeld.

Ihr wichtigster Vorsatz für 2021?

Mein wichtigster Vorsatz ist, vielerlei Vorbereitungen zu treffen, um am Ende meiner Wahlzeit am 31. Oktober 2021 eine ordentliche Übergabe der Amtsgeschäfte an eine Nachfolgerin oder an einen Nachfolger zu übergeben.