"Jede Sekunde zählt" - DLRG probt Eisrettung

Medizin Von Redaktion | am So., 24.01.2016 - 13:43

CELLE. Die Gefahr lauert an jedem zugefroren Gewässer um diese Jahreszeit. Die eisigen Temperaturen lassen das Wasser gefrieren und laden zum Betreten ein. Da dieses aber besonders gefährlich sein kann, wenn es erst ein paar Tage kalt war und somit sich noch keine tragende Eisschicht bilden konnte, davor warnen die DLRG und wir seit Anfang der Kälteperiode. Dennoch sieht man immer wieder Leichtsinnige wie z.B. vor wenigen Tagen junge Schüler auf dem Teich des Französischen Gartens. Um ihr Wissen und Können aufzufrischen, übten die ehrenamtlichen Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Wochenende die Eisrettungseinsätze im Celle Hafen.
Kommt es durch eine Unachtsamkeit zu einem Einbruch ins Eis, sind die Helfer der DLRG gut vorbereitet. 25 ehrenamtliche Wasserretter fanden sich am Celler Hafen ein, um genau bei solchen Situationen schnelle Hilfe leisten zu können. Geübt wurden verschiedene Eisrettungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Rettung mit einer leichten Kunststofftrage (Spineboard) aber auch mit einem extra konzeptionierten Eisretter. Diese eignen sich speziell für die Rettung auch erschöpfter Unfallopfer. Gesichert mit entsprechenden Leinen stiegen die Unfallopfer in das zuvor bereitgestellte Eisloch und ließen sich mehrmals durch die zahlreichen Helfer retten und zu Land bringen. "Bei beiden Rettungsmethoden muss lediglich ein Helfer mit dem Rettungsmittel zum Unfallopfer gelangen und sobald dieser mit ein paar Handgriffen an den Geräten fixiert ist, werden Helfer und Opfer vom Land-Team per Seile herangezogen", weiß DLRG-Sprecher Mathias Dannenberg.

Neben den Helfern der DLRG Ortsgruppe Celle und dessen Jugend-Einsatz-Team,waren auch noch Mitglieder der Ortsgruppen Winsen/ Aller und Wietze mit bei diesem Ausbildungsdienst dabei.

"Sollten Sie jemanden dabei beobachten, wie jemand ins Eis einbricht, kontaktieren Sie zuerst die Rettungskräfte unter 112", mahnt Dannenberg. "Es ist wichtig, dass die Einsatzkräfte keine Zeit verlieren bevor Sie selbst zu helfen versuchen. Rufen Sie dem Opfer zu, das Hilfe unterwegs ist und er sich nicht zu stark bewegen soll. Je mehr sich das Opfer bewegt, umso schneller kühlt dieser aus, denn nach schon drei Minuten versagen die äußeren Extremitäten, um die lebenswichtigen Organe mit warmem Blut zu versorgen. Schauen Sie sich in der Gegend nach hilfreichen Gegenständen um. Seile zum zuwerfen, lange Äste zum hinreichen oder Leitern, Holzbohlen oder auch Türen, um aufs Eis zu gelangen und sein Gewicht mit Hilfe dieser Gegenstände auf dem Eis zu verteilen. Gelingt es Ihnen, jemanden aus dem Eis ans rettende Ufer zu bringen, halten Sie ihn warm und geben Sie ihm bei Möglichkeit lauwarme Getränke", so Dannenberg.

Eines müsse aber immer klar sein: Eigenschutz geht vor Fremdrettung! "Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie dem Verunfallten helfen können, bleiben Sie in seiner Sichtweite und warten Sie auf die Rettungskräfte", empfiehlt die DLRG.
Fotos: Peter Müller
Luftaufnahmen: Oliver Schiano