Jedes vierte Kind in Celle lebt in einer Bedarfsgemeinschaft

Politik Von Extern | am Fr., 18.06.2021 - 15:34

CELLE. Auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Celler Stadtrat hat die Verwaltung kürzlich geantwortet, dass aktuell 2.806 Personen unter 18 Jahren in sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Das entspricht einem Anteil von 23,7 Prozent in dieser Altersgruppe. Der tatsächliche Anteil dürfte deutlich höher liegen, da die Verwaltung nur Zahlen aus dem SGB II-Bereich (Hartz-IV-Empfänger) genannt hat, vermutet die AfD.

Die Leistungsberechtigen nach SGB XII (Sozialhilfe) und AsylblG (Asylbewerberleistungsgesetz) konnten laut Verwaltung nicht ermittelt werden. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Anatoli Trenkenschu erläutert dazu: „Das sind erschreckende Zahlen für unsere Stadt, wobei die Kinderarmut auch in ganz Deutschland ein großes Problem ist: im Jahr 2020 lang die Quote hierzulande bei durchschnittlich 21,3%. Es ist nur beschämend wie unser angeblich so reiches Land mit dem Wertvollsten, das wir haben, den Kindern, also unserer eigenen Zukunft, umgeht. Die Ursachen für Kinderarmut sind vielfältig. Dazu zählen eine seit Jahrzehnten familienunfreundliche Politik der Bundes- und Landesregierungen, die millionenfache Armutseinwanderung aufgrund einer Politik offener Grenzen, die massive Abwanderung von hochbezahlten Industriearbeitsplätzen ins Ausland sowie die enorme Steuer- und Abgabenquote nebst hoher Energiepreise, die nicht nur die Bürger selbst belasten, sondern auch eine Produktion in Deutschland zunehmend unwirtschaftlich machen.

Stattdessen entstehen immer mehr Dienstleistungsjobs im Niedriglohnsektor, etwa bei Onlinediensten und Lieferfirmen, bei denen sogar zwei Vollzeitverdiener kaum mehr in der Lage sind, den eigenen Lebensunterhalt zu bezahlen, und zwangsläufig auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Diese total verfehlte Politik der letzten Jahrzehnte spiegelt sich deutlich in den traurigen Statistiken zur Kinderarmut wider. Um das zu verändern, brauchen wir einen grundlegenden Richtungswechsel der deutschen Politik - weg von den moralischen Belehrungen und Hilfszahlungen für die ganze Welt, hin zur Konzentration auf die Lösung der Probleme im eigenem Land, der Stadt bzw. der Gemeinde. Dieser Richtungswechsel ist aber nicht mit den Parteien zu erreichen, die für die genannten Fehlentwicklungen seit Jahren verantwortlich sind. Ein 'Weiter so' darf es nicht gehen.“